Fleischlos

Spannende kleine Gruselkurzgeschichte in 4 Teilen – hier Teil1 – von Manfred Voita. Die Fortsetzung findet ihr auf seinem Blog.

Manfred Voita

Teil 1

Eine Wiese auf einer Lichtung. Ein paar große Laubbäume, Eichen und Buchen, die, wie alle alten Bäume, viel zu erzählen hätten, wenn sie denn könnten. Allerdings ginge es ihnen dann vermutlich wie den alten Menschen, die auch viel zu erzählen hätten, hörte man ihnen denn zu. Im Schutz der Bäume sind sechs grüne Gruppenzelte und ein Küchenzelt zu sehen. In einem Pavillon stehen lange Tische. Am Rande der Lichtung parken mehrere Autos. Es klappert, jemand wäscht Geschirr ab, eine Elster schimpft und die Mücken machen sich bereit für ihren allabendlichen Einsatz. Im Dickicht ist es schon sehr schummerig und nicht mehr lange, dann wird die Sonne untergehen.

Von einem der höheren Bäume aus ist das Dorf zu sehen, gerade weit genug entfernt, um ungestört zu sein, gerade nah genug, um schnell mal ein neues Paket Heftpflaster oder Kartoffeln für die Lagerküche zu besorgen. Zur anderen Seite sieht man…

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[Rezension] Hrsg. Julian Auringer – Schwarz wie Ebenholz — Buchperlenblog

Märchensammler aufgepasst – Hier wirds gruselig! Werbung | Herausgeber: Julian Auringer | Titel: Schwarz wie Ebenholz: Grausige Märchen und Sagen |Übersetzung: / |Erscheinungsdatum: Oktober 2022 | Verlag: Anaconda |288 Seiten | Genre: Märchen ⭐⭐⭐⭐⭐ Bewertung: 4.5 von 5. Inhalt Julian Auringer fasziniert die dunkle Seite der Märchen ganz besonders. Ebenso wie in seinem ersten Sammleband Rot wie Blut finden wir auch hier allerhand Märchen aus […]

[Rezension] Hrsg. Julian Auringer – Schwarz wie Ebenholz — Buchperlenblog

Noch so ein Sofasamstag

Wenn man lange schläft, kann es passieren, dass man aufwacht kurz bevor es wieder dunkel wird. Ich bin ein Künstler darin, mir Dinge vorzunehmen, die die Woche über liegengeblieben sind, und dann am Abend davor sehr spät ins Bett zu gehen. Meistens vertraue ich drauf, dass ich nicht zu spät aufwache. Aber denkste.

Dabei wollte ich heute eine Geschichte von mir abtippen und in ein Portal stellen. Ich wollte ein Kapitel eines Autorenkollegen um ein weiteres ergänzen, damit er dann wieder dran ist und dann ich wieder – wir wechseln uns ab bei der Story – aber nichts da.

Tja, das Freizeitleben eines immer müden Feierabendautoren besteht darin, dass er seiner Agenda im Kopf hinterherlebt und über eine megalange Bank verfügt, auf die er all die unerledigten Dinge schiebt, so dass sie fast hinten wieder runterfallen. Warum verdammt muss das Sofa so gemütlich, der Grog so schön dampfend und das Fernsehprogramm so einlullend sein? Das fragt er sich, während er in den Butterstollen beißt und nicht weiß, ob er kauen oder gähnen soll.

Dann platzt überraschend die Verwandtschaft in die halb aufgeräumte Singlebude, die wahrscheinlich den Grog gerochen und auch Appetit auf Stollen hat. Schulterzuckend wirft der Schreiberling seinem Schreibtisch einen Seitenblick zu: Kann man halt nix machen. Aber diesen Blitzbesuch wird die Verwandtschaft bereuen. Die Rache wird bitter.

Spätestens in der nächsten Kurzgeschichte.

NACHDENKEN ÜBER FACEBOOK-ABSCHIED

In Zeiten von Hasskommentaren und verbalen Entgleisungen schlimmster Art ist äußerste Vorsicht im Einsatz sozialer Netzwerke geboten – das ist eine Binsenweisheit. Heutigen Heranwachsenden werden offensichtlich Werte wie Empathie und Toleranz nicht wie selbstverständlich anerzogen. Gern würde ich dagegen aktiv werden und diese Werte hier und da versuchen zu vermitteln, das ist allerdings nicht meine Aufgabe, und ich bin nicht qualifiziert dafür. Aber die Erkenntnis, dass es nötig ist, die allein wurmt mich. Ich habe mich immer als Autodidakt in Sachen Schreiben begriffen und denke, dass ich mir dieses Hobby auch ohne Facebook und Twitter bewahren kann.

Sicher ist das Feedback und die Zusammenarbeit mit Gleichgesinnten immer eine Bereicherung. Ich nehme manche Dinge nicht zu ernst, helfe auch gern und habe ein hohes Mitteilungsbedürfnis. Einige meiner Facebookfreunde wissen das. Fortan werde ich mich aber aus persönlichen Gründen auf meinen Blog und auf meine Arbeit unter einem Pseudonym konzentrieren, Facebook als Woanders Mitesser den Rücken kehren und überlege, das Konto zu löschen.

Ich hatte nie die Intension, vom Schreiben leben zu wollen. Es gab eine Autorenschule, die genau das von ihren Autoren als Zielsetzung verlangte, der ich dann abgeschworen habe. Mir aber ist bewusst, dass ich bis dahin noch einen weiten Weg vor mir hätte, den zu gehen ich weder die nötigen Mittel noch die Beziehungen habe. Es würde bedeuten, dass ich als Autor weitestgehend allein für eine Vielzahl von Zusatzaufgaben zuständig wäre, wo doch mein Hobby nicht das Marketing, nicht die Lesung, nicht das Bewerben der Bücher, sondern nur das Schreiben ist.
Meine Erfahrung lehrte mich: Verlage, die dieses komplette Rundumpaket anbieten, und das für lau, sind in der Regel unseriöse Zuschussverlage. Damit meine ich Versprechungen, das jeweilige Buch in den Medien zu bewerben, es im Buchhandel zu platzieren, Talkshowtermine zu organisieren, usw. Ich selbst kann das alles nicht realisieren – ich habe einen Brotjob, wie man so sagt, und bin „nur“ Autor. Und für die Großen wie Suhrkamp und Co bin ich a) nicht gut genug und b) zu unkonventionell. So viel Selbstbewusstsein muss sein.  Dass wir uns nicht falsch verstehen: Mein jetziger Verlag, der Karina Verlag Wien, unterstützt mich da durchaus sehr.

Beschränke ich mich jetzt aber auf bookrix und meinen Blog, nimmt es mir den selbst auferlegten Druck ein wenig, und ich spare sicher Geld und Nerven – gut, ich verdiene auch weniger … aber Schreiben ist für mich halb Therapie, halb Hobby. Und es muss ja auch paar ambitionierte Selfpublisher wie mich geben, oder?