Fleischlos

Spannende kleine Gruselkurzgeschichte in 4 Teilen – hier Teil1 – von Manfred Voita. Die Fortsetzung findet ihr auf seinem Blog.

Manfred Voita

Teil 1

Eine Wiese auf einer Lichtung. Ein paar große Laubbäume, Eichen und Buchen, die, wie alle alten Bäume, viel zu erzählen hätten, wenn sie denn könnten. Allerdings ginge es ihnen dann vermutlich wie den alten Menschen, die auch viel zu erzählen hätten, hörte man ihnen denn zu. Im Schutz der Bäume sind sechs grüne Gruppenzelte und ein Küchenzelt zu sehen. In einem Pavillon stehen lange Tische. Am Rande der Lichtung parken mehrere Autos. Es klappert, jemand wäscht Geschirr ab, eine Elster schimpft und die Mücken machen sich bereit für ihren allabendlichen Einsatz. Im Dickicht ist es schon sehr schummerig und nicht mehr lange, dann wird die Sonne untergehen.

Von einem der höheren Bäume aus ist das Dorf zu sehen, gerade weit genug entfernt, um ungestört zu sein, gerade nah genug, um schnell mal ein neues Paket Heftpflaster oder Kartoffeln für die Lagerküche zu besorgen. Zur anderen Seite sieht man…

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Neue Rubrik „3Satz“-Leseproben

Es kann allerdings ein paar Tage dauern, bis ich antworte. Bin nicht immer online.

Hier nun drei willkürliche Sätze aus der besagten Kurzgeschichte MIKAS SCHREIE, die übrigens mit 670 Worten auskommt:

Seit ihr Bruder Mika nicht mehr mit ihr das Zimmer teilte, weil er nun seine erste eigene Wohnung bezog, träumte das Mädchen schlimme Dinge, wobei die Träume sich von Nacht zu Nacht immer ähnlicher wurden. … So hatte der Spuktraum in der letzten Nacht angefangen: Ein schrilles Klingeln von irgendwoher kam immer näher, plötzlich stand eine Telefonzelle mitten im plötzlich taghell erleuchteten Zimmer. … „Mika ist verunglückt. Er liegt im Krankenhaus“, schluchzte sie und zog Greta zu sich und ihrem Mann.