Schlagwort-Archive: Schreibgedanken

Alles Nice im Arbeitskreis?

Bei der Projektarbeit mit anderen Autoren, die geografisch gesehen weiter weg wohnen, tritt so manche Herausforderung auf, wenn man nicht an einer gemeinsamen Sache arbeitet. Was nützt es zum Beispiel, gute Ideen zu liefern und sich die Arbeit teilen zu wollen, wenn außer dem guten Willen nichts vom anderen Ende der Leitung zurückkommt. Ach doch: Positives Feedback wie “ Ja, das ist gut. das machen wir.“ Aber an der Stelle endet dann auch das „WIR“ schon wieder.

Angesichts einer solchen Erfahrung, von der ich bewusst nichts in den Netzwerken geschrieben habe und zu der ich mich auch hier nicht im Detail äußern will, weil sich das nicht gehört, kehre ich zu meinen bisherigen Schreibgewohnheiten zurück. Wenigstens benötige ich keinerlei Stimuli zur Ideenfindung, da meine Schublade noch voll davon ist. Über mangelnde Zeit jammere ich jetzt nicht schon wieder. Derzeit schreibe ich zwischen 500-1000 Wörter pro Tag. Die Stetigkeit ist das, was mich leidlich zufrieden macht, nicht die Menge. Manchmal, wenn mich die Handlung vorwärtstreibt und die Zeit es erlaubt, wird es auch mehr. Wenn Familie und Arbeit es erlauben, ziehe ich den Schreibtisch auch abends schon mal dem Fernsehsessel vor. Zumal ich bald mein Bezahlfernsehen wieder loswerde, welches eine tolle Sache ist, wenn man es sich leisten kann und unbändig viel Zeit hat.

Schreib ich halt wieder alleine weiter…

Eigentlich Schade…

Team heißt ja : Toll, Ein Andrer Macht´s! Mir hätte es gereicht, wenn ein Andrer mitgemacht hätte.

(Woandersmitesser)

Es hätte mir etwas mehr Motivation und etwas mehr Druck gegeben, wenn da jemand gewesen wäre, der auf meine Zuarbeit wartet, um damit weiterarbeiten zu können. Das ist, was ich an Teamarbeit mag. Und die sogenannte Schwarmintelligenz während des Entstehungsprozesses der Handlung. Wenn Ideen aus mehreren Köpfen einfließen, gibt das oft der Story einen um Nuancen reicheren Stilmix.

Allein Schreiben macht Träge

Geht es euch auch so? Manchmal fallen mir blitzartig Sachen ein, die ich zunächst für tauglich halte, um einige Seiten Text zu ergeben, die auch noch gelesen und für gut befunden werden könnten – nicht von mir, von Woandersmitlesern, wohlgemerkt. Dann schrieb ich sie auf, betrachtete sie später mit Abstand und löschte sie. ( Obwohl sie gar nicht brannten, haha. Späßle gemacht)

Was ich mich frage: Wären sie es wert gewesen, über sie eine zweite Meinung einzuholen? Ich werde es nie erfahren. Wieder einmal lese ich übrigens mit einer Mischung aus Neid und Genuss ein gutes Buch. Welches das ist und was mir daran gefällt, werde ich demnächst auf „Textlob“ posten. Das bringt mich wieder auf die oben genannte Geht-es-euch-auch-so-Frage.

Zweifel sollen ja angeblich einer Sache förderlich sein. Was mir aber darüberhinaus noch fehlt ist ein Motivator, der mir in den Hintern tritt oder sich mit mir einen Gedankenaustausch liefert, das Schreiben betreffend. Deswegen habe ich nun das autorenbüro13 aus der Taufe gehoben. Zunächst verwalten es nur ich – und mein Pseudonym, was vielleicht ein erstes Anzeichen von Schizophrenie ist. Aber eventuell habe ich da schon eine regionale Mitstreiterin gewonnen. Das soll nichts weiter als eine Schreibwerkstatt sein, die vielleicht mal irgendwann so etwas wie ein kleiner Eigenverlag werden könnte.

Es stimmt, ich will tatsächlich nochmal einen unbelasteten Neuanfang in einem anderen Genre versuchen. Und das dann erstmal ausschließlich als Selfie. ( Kosename für einen Selfpublisher bzw. Selbstverleger.)

Womit wir wieder beim leidlichen Thema der Effektivität wären. Vorstellbar wäre für mich sogar, dass der Fernseher ab 20.15 Uhr täglich ausbleibt und man bis 22 Uhr statt einen Tatort zu schauen eben das Script für einen schreibt … oder so. Und das gemeinsam tut. Oder im Austausch miteinander. Per Skype, Whats App, whatever. Wenigstens habe ich jetzt einen Job ohne Schichten, der mir das ermöglichen könnte. Allein mir fehlt derzeit ein Ziel und die Motivation und jemand, der mitmachen und mit mir herumspinnen und Ideen ausarbeiten würde, mitschreibt, und den so ein Austausch auch weiterbringen würde.

Ich sag´s mal wie es ist: Allein kriege ich derzeit meinen Arsch nicht hoch. Und so ein Brotjob nine2five stört da auch ein wenig. Was solls, mein Zeug lesen eh nur 3 Leute. Es fehlt der Einfluss von außen bei meinen Ideen, denke ich. Schön wäre es, wenn das autorenbüro13 ein Projekt wird, wo sich in loser und flexibler Abfolge Autoren austauschen und verschiedene zeitlich begrenzte Zusammenarbeiten prohektorientiert kreuz und quer entstehen, je nach gemeinsamen Interessenlagen.

Kommentiert hier, kontaktiert mich auf facebook, oder mailt mich an, wenn ihr mitmachen oder mehr wissen wollt, wenn ihr gemeinsame Ideen ausarbeiten oder teilen, euch oder andere inspirieren wollt. Allein Schreiben heißt auch allein gegen den inneren Schweinehund kämpfen, und das fällt mir zumindest bei meinem schwer. Gegen andere innere Schweinehunde kann ich mich behaupten. Behaupte ich jetzt mal. Geht es euch auch so?

Schreibnacht mit Hindernissen

Endlich weiß ich, wie es schreibtechnisch weiter gehen wird. Dank einer gescheiterten Schreibnacht, an dessen frühzeitgem Ende ein PC-Crash Schuld war, steht mein nächstes Romanprojekt fest. Ich habe dann nämlich trotzdem noch weiter geschrieben und geplottet.

Neben dem entstehenden Erzählband mit mehreren Geschichten entsteht eine neue längere Geschichte aus dem Callcenter-Milieu. Dieses Buch wird aber nichts mit dem „Anrufer“ gemein haben. Im Mai sind dann größere Fortschritte in Sachen Erzählungen und Gespensterbuch vorgesehen.

Erlebtes neu sortieren

Ich habe schon so manches Mal über mangelnde Zeit zum Schreiben gejammert. Zu kleine Zeitfenster erschweren das Sich-Hinein-Denken in die andere Welt der Geschichte, und Kreativität und Effektivität entfalten sich nicht in der Kürze der Zeit, zwischen Feierabend und Einkauf, zwischen Home Office und Arzttermin.

Und da ist noch was:

Vielleicht geht es ja anderen Autoren ähnlich, und sie benötigen auch relativ viel Zeit, um aufschreibenswerte, selbst erlebte Alltagsabenteuer zu rekapitulieren, aufzubereiten und zu einer tragfähigen Handlung auszubauen. Man fängt schon an, Protagonisten zu erfinden, einen roten Faden zu stricken und lässt sich dann doch vom Bauchgefühl beim Schreiben beeinflussen. Gut, wenn man dann auf das „vorsortierte“ Grundgerüst der Idee zurückgreifen und sich erneut daran entlanghangeln kann.

Da hilft nur eins: Tagebuch führen, und sei es nur in Stichpunkten.