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Haribo macht Wahlkampf

Ich habe sie entlarvt – die Süßigkeitenindustrie greift aktiv in den Wahlkampf ein. Zitat: “ Definitiv sind Frösche und Himbeeren am besten.“ Das ist Wahlkampf @hisbest! Frösche? Himbeeren? Haribo will, dass wir rot-grün wählen. Oder sogar nur rot! Beweis nötig? Okay, neues Zitat: „Stell dir mal vor, wir könnten einen roten Haribo eingraben, und dann käme ein riesengroßer Goldbärbaum, nur mit Roten!“ Aha. Sozialdemokraten wachsen also an Bäumen. Oder Linke.

Was aber ist mit braunen Haribos? Die haben keine Chance, denn eine Bibliothekarin nuggelt sie leer, Zitat: “ Ich darf Cola nur an Silvester trinken.“ Tolle Entschuldigung. Daher also fühlt sich die AfD so ausgelaugt. Istmir aber egal. Wie gut, dass ich dieses ganze weiche süße Zeug verabscheue. Meine Wahl wäre sowieso an keine Farbe gebunden, sondern eher regenbogenfarbend oder knallbunt.

Zwei-Parteien-Geschichte geplant

Wahlkampf als Thema für eine Kurzgeschichte? Warum nicht?

Die eine der Parteien nennt sich „Konzeptionelle Partei der Sozialen Umwälzung„, während sich die andere bei der schweigenden und mitlaufenden Mehrheit anbiedern will: Sie ist die „Kooperative Partei der senilen Unterwürfigen.“

Politik mal anders


Zwei Parteien mit denselben Initialen, aber unterschiedlichen, sogar gegensätzlichen Inhalten. Beide heißen KPdSU und buhlen um Wählerstimmen. Das könnte unterhaltsam werden.

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Vielleicht müssen sich Politiker ja zwangsläufig streiten, wenn sie sich nicht einig sind. Früher gab es noch welche, die sich gern hatten. Das hatte etwas von Bürgernähe. Auch etwas mehr Liebe im Bundestag täte allen Bürgern gut – gerade in dieser Zeit.

Die Geschichte wird voraussichtlich nicht vor der Wahl erscheinen. Sobald ich mich mit ihr beschäftige, präzisiere ich das Erscheinungsdatum.

Ähnlichkeiten sind von gewollter reiner Zufälligkeit und ohne Gewähr. Fragen Sie ruhig Ihren Arzt oder Apotheker.

Von Alltagsdystopie und Schreiburlaub

Die Dystopie des Alltags, in dem wir leben (müssen), bringt so einige Folgen mit sich. Einige sind existenzieller Natur, andere einfach nur schräg. Ausgangssperren, damit man mehr Zeit hat, sich drinnen zu infizieren, langfristige Impftermine, die aber nicht vor weiteren Tests schützen und kein Freibrief für eine Rückkehr zum normalen Leben darstellen, Kulturverbot, Shopping-Entzug, Jobverlust, Pleiten, überteuertes Toilettenpapier, Stoffmaskenverbot, Home-Schooling, Home-Office, Ausreiseverbote ( aus dem eigenen Bundesland oder sogar der Heimatstadt) … und die Liste ginge noch weiter.

Wie beruhigend ist es da, dass nun wenigstens die Kanzlerkandidaten feststehen. Dann weiß man wenigstens, auf wen man als hilfsbedürftiger Selbstständiger wütend sein darf, wenn die Corona-Hilfen nicht ausgezahlt, der Lockdown aus Ermangelung an Initiative und Ideen immer wieder sporadisch verlängert und die Renten weiter gekürzt werden.

Aber ich rege mich schon gar nicht mehr auf, als Einzelner hat man in diesen Tagen das Gefühl der Machtlosigkeit, und mit seinem Kreuz an der Wahlurne entscheidet man sowieso nur zwischen den vorgegebenen Alternativen des Establishments. Richtige Demokratie lebt von Bürgernähe, von Mitsprache, vom Ideenaustausch und von kreativen gemeinsamen Lösungen, und davon sind wir hier in Deutschland weiter entfernt, als es uns die Medien und die Politiker weismachen. Jede voller Idealismus neu gegründete Partei oder politische Bewegung landet bald schon auf den eingefahrenen Gleisen der von Lobbyisten gesteuerten etablierten Mächtigen, oder wird von eingeschleusten Rechten und anderen Idioten unterlaufen, damit ihr Image in der Öffentlichkeit bröckelt und sie keinen Zulauf hat. Beispiel? Glücksspiele werden jetzt legal in Deutschland – das ist beschlossene Sache. Wer braucht das? Der Geringverdiener? Die Home-Office-Mama mit drei Schulkindern? Der Flaschen sammelnde Rentner ? Wie denken diese Menschen wohl über Demokratie in Deutschland?

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Oh, ich wollte mich ja nicht aufregen. Stattdessen werde ich an diesem Wochenende mal wieder eine Schreibnacht veranstalten, auch wenn das alleine nicht sooo viel Spaß macht. Und ich werde das Wetter nutzen, um Sonne, Ideen und Kraft zu tanken. Mein nächster Schreiburlaub steht schließlich Anfang Mai bevor. Dnn habe ich einiges auf dem Zettel:

  • Suche eines regionalen Verlages für zukünftige dauerhafte Zusammenarbeit
  • Weitere Kurzgeschichten für das laufende Projekt schreiben
  • Endlich Beginn der Arbeit an der 2. Auflage des Gespensterbuches

Außerdem werde ich wohl meinen Gedichtband vom Markt nehmen und überarbeiten, um ihn dann evtl einem Verlag anzubieten, mal sehen. Meine e-books sollte ich vielleicht auch mal löschen und mich insgesamt neu ausrichten. Plaschke bleibt, und das Gespensterbuch kommt auch neu raus, was mit dem Ostseekrimi wird, weiß ich noch nicht. Und vielleicht kommt auch mal wieder etwas Lustiges und Schräges bei der ganzen Arbeit heraus. Ende Mai ziehe ich mal Bilanz.

Firma droht mit Arbeit

Bildungs-Aus für Ausbildung Ungelernter? Wie Firmen Arbeitslose recherchieren und auffordern, prekäre Jobs anzunehmen

KLARTEXT. Jobsuche steht ja immer mal wieder an bei mir. Als Ossi und Mitglied der Generation „Befristet“ ist das ja schon fast Routine. Aber einiges scheint sich auf dem Arbeitsmarkt doch geändert zu haben.

So kontaktieren Messeveranstalter nun potenzielle Bewerber nicht nur, um sie zu Jobmessen einzuladen, die 250 km entfernt stattfinden und wo sich die Unternehmen präsentieren, die der Arbeitssuchende auch vor der eigenen Haustür, nämlich in seiner Stadt findet, nein – es gibt auch Firmen, die von sich aus recherchieren, wer arbeitslos ist und wen man zur Bewerbung am Arbeitsamt vorbei auffordern könnte. Andersrum sind ja Initiativbewerbungen von ambitionierten Fachkräften in vielen Unternehmen gern gesehen. Aber wenn es sich beim Arbeitssuchenden um eine ungelernte Fachkraft der Generation 50+ handelt, und die ihn anschreibende Firma eine kleine Personalvermittlung / Zeitarbeitsfirma ist, dann sind wohl Zweifel oder zumindest ein paar Fragen angebracht. Antworten findet man bei einer Internetrecherche oder beim Erfahrungsaustausch mit anderen Arbeitnehmern, denen diese Firmen ein Begriff sind. Ja, auch Bewerber dürfen über potenzielle Arbeitgeber recherchieren. Nicht unbedingt verlassen sollte man sich hingegen auf die Agentur für Arbeit, die einem womöglich schnurstracks aus einer Nachfrage einen Vermittlungsvorschlag mit Rechtsfolgebelehrung bastelt, frei nach dem Motto: “ Sie müssen sich da bewerben, auch wenn die Firma Sie kontaktiert hat; denn Sie sind alt und haben keine Alternative.“ Wenn also Zeitarbeitsfirmen und Personalvermittlungen in einem industrieschwachen Flächenland wie M-V Bewerberprofile diverser Jobbörsen plündern und den Kontaktierten dann „tolle Konditionen, Prämien und unbefristete Verträge mit Übernahmemöglichkeiten“ auch als Helfer versprechen, kann das anfangs durchaus ernst gemeint sein, aber die Zahl jener Bewerber, die so ein Vorgehen aufgrund eigener Erfahrungen nüchtern zu betrachten wissen, steigt und steigt.

Kann ja sein, dass eine solche Verfahrensweise nicht nur dann praktiziert wird, wenn es um prekäre Arbeitsverhältnisse geht, also um Helferjobs zum Mindestlohn oder drunter. Denkbar wäre, dass Unternehmen auch um Fachkräfte und Spezialisten werben. Meiner Erfahrung nach kann ein jahrzehntelang im Berufsleben stehender Mensch, der zuletzt nur „Anlernjobs“, also einfache Tätigkeiten als Seiteneinsteiger ausgeübt hat, mit wenig Aufwand neu angelernt und/oder sogar ausgebildet werden. Und schon gäbe es einen Helfer weniger und eine Fachkraft mehr. „Erfahrung“ ist das Stichwort. Stattdessen reicht man unseren Beispielberufstätigen von einem prekären zum nächsten unterbezahlten Helferjob durch. Wenn er nicht mitmacht, wird er sanktioniert. Deswegen – und wegen der Bildungskrise in Deutschland – nenne ich den Fachkräftemangel hausgemacht. Ja, wir haben eine Bildungskrise. Wenn jemand anderer Meinung ist, dann soll er mir mindestens drei Argumente vortanzen. Sicher eignet sich nicht jeder Ungelernte bzw. nicht mehr qualifizierte Arbeitgeber für eine Fortbildung/Ausbildung oder Qualifizierung. Aber wer gibt ihnen die Möglichkeit, wenigstens einmal drüber nachzudenken? (Meistens) nicht die Unternehmen, die Fachkräfte brauchen, nicht die Jobcenter, nicht die Politik. Das Bildungs-Aus für die Ausbildung unterqualifizierter Arbeitskräfte ist der folgerichtige nächste Schritt. Und ich behaupte: Die Politik hat in ihren Augen Wichtigeres zu tun. Dumme Völker sind leichter zu regieren. -hardi-