Fleißarbeit, das Stiefkind eines Autors

Bei mir geht es immer noch darum, die abgetippte Geschichte „Gespenster sind nicht feige“ zu beenden. Ich musste sie abtippen, weil es die Autorenschule nicht mehr gibt, die das Buch damals verlegt hat und das Manuskript nicht mehr in digitaler Form auffindbar ist. Die Abenteuergeschichte für Kinder und Jugendliche soll in zweiter Auflage erscheinen und erfordert vorher halt die Fleißarbeit, sie unverändert aus dem letzten Exemplar der Auflage, das sich in meinem Besitz befindet, abzuschreiben und wieder digitalisiert zu werden.

Die berühmte lange Bank scheint endlos zu sein und bis hinter den Horzont zu reichen. Das muss sie auch sein, damit man genügend daraufschieben kann.

(aus eigener Erfahrung)

Als Autor möchte man kreativ sein, sich Ereignisse, Handlungen, Charaktere ausdenken, diese mit einander verknüpfen und miteinander interagieren lassen. Hat man das schon getan, bleibt nur noch das „pure“ Schreiben, das Aufschreiben, oder in meinem Fall das Abschreiben übrig. Das erfordert auch ablenkungsfreies Arbeiten und Konzentration.

So gesehen sollte das Abtippen wenigstens einiger Absätze von Zeit zu Zeit zwischendurch einfacher machbar sein – ohne besonders nachdenken und grübeln zu müssen, denn den Plott und die Geschichte gibt es ja schon. Ist bei mir aber nicht der Fall. Es ist halt reine Fleißarbeit. Und wenn ich die Wahl habe, nach 8 Stunden Schlaf und 9 Stunden Home Office am Rechner, Einkauf und Abendbrot dann sitze ich halt ungern erneut am Laptop in meiner verbleibenden Freizeit, wenn dabei nichts Neues entsteht. Im Sommer 2022 bereits wollte ich die Geschichte einem Verlag zur Durchsicht senden – gut, dass ich keinen Vertrag vorab geschlossen habe. So setzt mich niemand unter Zeitdruck, außer ich selber.

Helloween wäre ein guter Erscheinungszeitpunkt gewesen. Aber was soll´s – dieses verrückte Gruselfest wird es sicher auch noch im nächsten Jahr geben. Aber die Wartezeit, bis ein Verlag reagiert, nachdem er das Manuskript erhalten hat, kann meiner Erfahrung nach bei über einem Jahr liegen… Vielleicht sollte ich mal aus der gewohnten Umgebung raus, um effektiv arbeiten zu können. Mit diesem Schreiben zwischen zwei Terminen, mal eine halbe Stunde, mal maximal eine Stunde, kann ich mich einfach nicht anfreunden. Immer ruft die eine oder andere Pflicht, liegt etwas an, klingelt das Telefon. Ich wünschte, es gäbe eine Lösung, ohne dass man ein Büro anmieten muss… Da fällt mir ein, so gesehen hat stupide Fleißarbeit, bei der man nicht so viel denken muss, doch Vorteile…

Zurück zu den Wurzeln

Ja das sagt sich so leicht: “ Back to the roots“, aber das ist, worauf es zumindest mir ankommt. Ich werde mehr interagieren, mich mehr mit anderen Autorenkollegen austauschen, wenn ich schon nicht selbst Marketing in eigener Sache machen kann, weil mir Zeit und Kontakte fehlen. Und ich werde hier mehr vom, übers und für das Schreiben von Geschichten erzählen, kann aber nicht versprechen, dass sowas wie humorvolle Kolumnen und bissiger Humor unberücksichtigt bleiben werden. Das bin halt ich.

Ich habe damit angefangen, dass ich mir spezielle Gruppen auf Facebook rausgesucht habe, in welche ich mich aktiver einbringen will. Außerdem werde ich Kontakt zu regionalen Verlagen aufnehmen und auch unter Pseudonym schreiben – das läuft bereits. Warum ich das mache, habe ich bereits an anderer Stelle erklärt. Ich weiß, dass ich nicht vom Schreiben leben kann und will, weil man sich dann einem nervenden Marktmechanismus unterwirft, der dafür sorgt, dass man sich anpasst. Man schreibt, was gekauft wird. Das ist keine Option für mich. Ich schreibe, was ich mitteilen will. Außerdem hält man Bestsellerautoren für vermeintlich kluge Menschen und schaut ihnen bei jeder Gelegenheit gern aufs Maul, ins Privatleben und sonstwohin. Nachdem ich das zugegebenermaßen eine Zeit lang angestrebt habe, bin ich froh, wenn ich frühestens nach meinem Tod berühmt werde. Oder auch nicht. Vielleicht werde ich in einem meiner späteren Leben dann davon erfahren. Oups, meine Fantasie dreht durch.

Inhaltsverzeichnis des nächsten E-Books

  • Rache aus der Luft
  • Mikas Schreie
  • Schlüsselerlebnisse
  • Der Anrufer (alt, überarbeitet)

Das sind die Kurzgeschichten, die erstmal feststehen. Eventuell ist da noch der Kräutigam mit von der Partie, und über die Extrabehandlung denke ich auch noch nach. Einerseits sollten das sowas wie gesammelte Werke werden, eine bunte Mischung also – aber ich weiß nicht, ob man Kurzgeschichten als ihr Verfasser mehrfach veröffentlichen darf, gegebenenfalls sogar mit verschiedenen ISBN-Nummern…

Also gilt es, das zu recherchieren und diesmal ein qualitativ vernünftiges Cover zu erstellen, nichts Zusammengeschustertes aus Bildfragmenten. Ich hoffe, am Wochenende einen großen Schritt voranzukommen.

Schreibblockade= Schreibblock adé!

KLEINER TIPP VON MIR. Übrigens, wenn ich wie jüngst mal wieder merke, dass es nicht fließt beim Schreiben, hilft es mir immer, den Laptop zuzuklappen, den Stift wegzulegen und mir eine andere Beschäftigung zu suchen. Je länger ich auf Krampf um Gedanken ringe, nach Worten suche und Geschriebenes ändere, desto unzufriedener werde ich dann und bedaure am Ende die verschwendete Zeit. Es hilft, wenn man nichts von sich geben kann, das Gegenteilige zu tun und sich etwas anzueignen, also zum Beispiel Fernsehen, Lesen, Theater, gern auch andere Tätigkeiten zu verrichten. Man sollte nicht lange über die Schreibblockade jammern, sie für den Moment akzeptieren und – ignorieren, indem man sie umgeht. Das ist, wie man am besten mit ihr umgeht.

Neuer Look, alter Inhalt

Das Layout ist ein anderes, von den Inhalten fehlen nur die Leseproben. Ja, ich weiß, man muss anfangs etwas suchen. Hoffentlich fällt die Neuorientierung auf dieser Seite nicht allzu schwer. Ich genehmige mir eine Probephase von, sagen wir, vier Wochen bis zum 1. Mai 2022 und kehre schlimmstenfalls wieder zurück zum vorherigen Layout. Schaun wir mal. Mit Meinungen und Kommentaren rechne ich nicht, sie sind aber willkommen. Auf diese Weise will ich eine Art visuellen Meilenstein setzen, der meine Neuausrichtung in Sachen Marketing unterstreicht: Ihr wisst schon – keine Dauerbespaßung mit Billigwerken mehr. Wenn ich seriös arbeiten und auch als ernstzunehmender Autor gelten will, komme ich nicht umhin, so zu verfahren.