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Wochentags trage ich auch schon mal einen anderen Namen.

Vor dem ersten Absatz: Ideen besser für sich behalten?

Warum ich das nicht kann. Einerseits verlangt es mich immer danach, Ideen für Geschichten und Bücher zu teilen, bewerten zu lassen und dafür ehrliches Feedback zu bekommen, zum Beispiel zu der Frage, ob sie für ein lohnenswertes Projekt taugen; andererseits weiß ich, dass es besser ist, sie bis kurz vor Erscheinen des Ergebnisses für sich zu behalten. Halte ich einen Einfall für gut, möchte ich ihn gern anderen Weggefährten und potenziellen Lesern mitteilen, um sie auch während des beginnenden Schreibprozesses an der Entstehung des Textes teilhaben zu lassen. Leider hat das bisher nur einmal funktioniert. Deswegen fände ich eine Art Schreibwerkstatt, ein Autorenstudio oder so eine Art Autorenredaktion sehr gut, die in solchen Zeiten wie diesen sicher den sozialen Zusammenhalt fördert. Außerdem muss man dann nicht seine Ideen der ganzen Welt im Internet zugänglich machen, sondern tauscht sie auf persönlichem Wege und viel unmittelbarer aus.

Das ist mit der Grund, warum ich manchmal auf etwas vorlaute, kommunikationsfreudige Weise (schriftlich) über manche ungelegten Eier nachdenke, Covergestaltungen für nicht existente Buchdeckel durchführe, was mich selbst immer auf gute Ideen bringt und mit mancher Vorankündigung über das Ziel hinaus schieße.

Um das tun zu können fing ich ursprünglich mit dem Bloggen an. Später kamen dann zusätzlich Glossen und Kolumnen zustande. Im Blog. Ich denke, in dieser Sache kann ich nicht aus meiner Haut, auch wenn professionelle Autoren sich anders verhalten.

boykott des JAhresrückblicks

Das ist, wozu ich mich entschlossen habe: Angesichts des bescheuerten Jahres 2020 auf dasselbe zurückzublicken. Stattdessen suche ich im Vorausblick ein Licht am Ende des Lockdowntunnels, auch wenn mir gerade wieder bewusst wird, dass der gegenwärtige Lockdown sein Ziel verfehlt. Dort, wo sich die Menschen am wenigsten anstecken, nämlich in Gaststätten und Theatern, in Kinos und Hotels, dürfen sie nicht hin, sollen stattdessen dort bleiben, wo die Ansteckungsgefahr am höchsten ist: Im privaten Bereich. Ich äußere mich nicht weiter zur Sinnhaftigkeit dieser Maßnahmen. Viel lieber hefte ich meinen getrübten Blick mal auf meine Vorhaben 2021. Nicht gute Vorsätze, sondern gute Neben- und Hauptsätze zu Papier zu bringen und mein längst zureformierendes Zeitmanagement neu zu strukturieren, das ist meine Absicht. Weniger Absichtserklärungen, mehr Fertigstellungen zu verkünden, auch das habe ich mir auf die Fahne geschrieben. (Vorsichtshalber mit Geheimtinte, aber immerhin 🙂 ) Lesungen plane ich keine, weil es so ist, wie es ist, aber Besuche bei oder von Autorenkollegen wären schon schön. Maske hin, Lockdown her. Kurz, ich würde gern meinen Teil für mich, meine Leser* innen und Autorenkollegen dazu beitragen, dass 2022 ein Jahr wird,auf das man wieder gern zurückblickt.

Schade, schade, Schreibblockade

Wenn man eine Geschichte für ein Projekt, eine Ausschreibung oder einen Verlag schreibt, der diese in Auftrag gegeben und vielleicht sogar bevorschusst hat, arbeitet die Zeit gegen einen. Das kann schon mal Druck verursachen, der die Kreativität schmälert. Schreibblockade, nennt man so etwas im allgemeinen.
So ging und geht es mir gerade, da ich immer nur Bruchteile des Tages Zeit für private Dinge habe und zum Schreiben aber das Gefühl brauche, nicht noch weitere Termine oder Jobs an dem Tag zu haben. Von 8 bis 8 Uhr dreißig zu schreiben, dann wieder von 12 bis12 Uhr fünfzehn etc. fördert bei mir nichts an Ideen zutage. Außerdem ist dann die Zahl der Zeilen, die ich in der kurzen Zeit einzutippen vermag, sehr begrenzt.

Deswegen ist es keineswegs von moralischem und ideellem Nachteil, Selfpublisher zu sein. Höchstens von finanziellem, und wenn man sich und seine Werke aktiv und nachhaltig vermarkten will, letztendlich auch von zeitlichem.

Während des seltsamen Jahres 2020 hatten und haben viele kreative Köpfe Einschränkungen in ihren Entfaltungsmöglichkeiten erfahren. Geschichten und Bücher entstanden und entstehen weiterhin, ob daheim oder woanders, gemeinsam mit Kollegen und Gleichgesinnten. Ich weiß nicht, ob ich einerseits froh sein soll, nach wie vor einen Hauptjob mit sicherem Einkommen zu haben oder mich darüber ärgern soll, dass ich nicht vermehrt für andere Dinge wie für mein Lieblingshobby Zeit habe. Zugegeben, ich war darauf eingestellt, evtl denJob zu verlieren und mehr zeit zu haben. Vielleicht ist es aber auch gut so, immerhin stehe ich jetzt kurz vor meinem ersten Urlaub, den ich aich zum Schreiben nutzen werde. Verreisen und woanders die Gastronomie und die Kultur zu genießen, macht derzeit sowieso weder Sinn noch Spaß.

Dann setze ich mich doch lieber hin und denke einmal mehr über mein zukünftiges Zeitmanagement nach. Und die nächste Schreibblockade plane ich genau im Voraus – nämlich genau dann, wenn ich nach langer Zeit wieder das erste mal verreise.

Handschrift war gestern

In den Siebzigern lernte man in der Schule noch Schönschrift, Druckschrift, Schreibschrift und DIN-gerechte Standardschrift, wie sie für technische Zeichnungen verwendet wurde. In der DDR hieß das Pendant TGL. Handschriftliches und technische Zeichnungen vom Reißbrett sterben langsam aus – wir leben schließlich in einer volldigitalisierten Welt.

Wie viele meiner Geschichten schrieb ich als Kind mühevoll von Hand in eigens dafür gekaufte Schulhefte, deren Zweckentfremdung manchem Lehrer im Unterricht erst später auffiel. Auch unterwegs ging es mit Notizbuch und Stift am schnellsten, wenn man Ideen oder andere Dinge kurz festhalten musste. Mitschreiben im Unterricht mit einer Schreibmaschine? Undenkbar. Rechner gab es noch nicht.

Ja man kann auch handschriftlich auf einem Display arbeiten, aber das hat mit Stil und Kultur wenig zu tun.