Lesetipps für gleich und später

Sicher kommt einigen von euch das Thema der Anthologie bekannt vor, denn es ist schon vor Urzeiten auf meinem Mist gewachsen. Endlich haben wir drei packende Geschichten zusammen, die verschiedene Aspekte der Angst unterhaltsam und spannend beleuchten. Drei Autoren, drei Geschichten, das ist ein Konzept, welches mehr Vielseitigkeit und Abwechslung beim Lesen verspricht, und wer weiß – vielleicht wird dies nicht die letzte Mini-Antho unseres Teams bleiben. Jedenfalls danke ich Karin und Harald für ihre Mitarbeit und wünsche unserem gemeinsamen Ergebnis, an welchem auch noch eine Lektorin und ein weiterer Autor mitgewirkt haben,der z.B. den Klappentext schrieb, viel Erfolg. Das Buch erscheint noch im Frühjahr, die letzten Arbeiten daran laufen bereits.

Eine weitere Leseempfehlung möchte ich hier abgeben, die vielleicht Erstaunen auslösen wird, weil es nicht um ein eigenes Werk geht. Es gibt ein Klischee, dass Selfpublisher als die schlechteren Autoren abstempelt und ihren Geschichten Substanz und sprachliche Handicaps unterstellt. Das mag in manchen Fällen gelten, aber nicht für Beispiele wie dieses, welches ich herausgesucht habe. Wer düstere Visionen und Endzeitstimmung in Filmen und Büchern mag, wird den „Schattenstaat“ von Frank Böhm sicher zügig lesen. Aber auch einfach nur politisch interessierte und besorgte Zeitgenossen werden unschwer einen aktuellen Bezug herstellen können. 

Verlinkt habe ich hier eine frei erhältliche  dystopische Geschichte, die heutzutage aktueller denn je zu sein scheint. Womit wir wieder bei unseren steuergeldkassierenden Arbeitsverweigerern der Regierung wären. Und vor allem: Bei der Opposition, die nunmehr von der AfD angeführt wird, was eben jene vom deutschen Wähler gewählten (VOLKS!)- Parteien wissentlich in Kauf nehmen… *tief durchatmet* Aber ich wollte mich ja nicht aufregen.

Stattdessen findet ihr links Coverbild und Link zu der von Frank entworfenen düsteren Zukunftsvision – wohlgemerkt – eines imaginären Staates…

Beitragsbild: Alte Cover-Idee zur Anthologie aus 2015, damals noch alternativ als Kurzgeschichtenband geplant

Winter in Deutschland

Deutschland schlittert regierungslos durch den Winter, der  darüber nur mild lächelt und locker-flockig die Eiseskälte statt zu uns in den Wilden Westen schickt. Wahrscheinlich geht es ihm in Deutschland ohnehin schon kalt genug zu. Die Deutschen führungslos? Niemand, der ihnen mit Herzenswärme die Richtung weist, sie freundlich lächelnd mit falschen Versprechungen überrascht und ihnen liebevoll-energisch den falschen Weg weist? Sie ohne dass sie es merken von ihrer sozialen Intelligenz befreit, zum Beispiel durch öffentlich-rechtliches Fernsehen, die kaum merkbare Erhöhung des ALG II -Satzes und die Duldung über Wucher hinausgehender Mieten in Großstädten? Naja, auch wenn das Wahlergebnis Schnee von gestern zu sein scheint, um mal bei dem Bild zu bleiben – das allerdings hat das von Festtagsidylle und Weihnachtswohlstand noch eingelullte träge deutsche Volk so nicht gewählt: Ein Land ohne Regierung. Aber selbst Schuld. Wieso müssen auch so viele Nichtwähler plötzlich aus ihren Nestern kriechen und mitmachen? Und dann die Arbeitsverweigerer der FDP, über die so manche Kabarettisten und Comedians schon abgelästert haben, dass sie aus Angst vor Verantwortung lieber Opposition sein und bleiben wollten, obwohl da ja neuerdings die SPD beheimatet ist. Und nein, SPD heißt nicht etwa Schulz Penetriert Deutschland.

Die Mitglieder der neuen Bundesregierung auf einen Blick.

So also sitzen nun die Vertreter aller beteiligten Parteien frühjahrsmüde und noch mit Lametta am Jackett zusammen, also zumindest hin und wieder mal, um zu beraten, wie man nun die verbleibende Zeit bis zur nächsten Wahl totschlägt.  Ja, wie wäre es denn mit Regieren? Wie glaubhaft ist denn Außenpolitik, wenn es keine Regierung gibt? Spricht der Außenminister dann nur für sich?  Und wer ist denn überhaupt Außenminister? Außen Minister, innen Geschmack. Aber Verreisen steht derzeit nicht so hoch im Kurs, denn in Deutschland herrscht ein milder Winter. Wenigstens einer, der herrscht. So also schlingert das Land nun so vor sich hin, kratzt an seinem Image, verspielt manchen Bonus seines Ansehens und betrachtet sich dennoch wohlwollend im Spiegel. Trotz 1 Mio versteckter Langzeitarbeitsloser, die in keiner Statistik erfasst werden, trotz knapp 3 Mio Kinder, die von Hartz4, also der Grundsicherung leben.  Auch wenn er manchmal und Manchem zu mild zu sein scheint: Es ist immer noch Winter in Deutschland.

Eher keine Vorausschau auf 2018

„Sie werden bereits erwartet“, begrüßt der Geselle auf dem Bild zukünftig meine Besucher, denn sein Konterfei soll, nachdem mein Flur renoviert ist, gegenüber der Korridortür hängen. Habe ich mir heute so ausgedacht.

Erwartet wurden wir alle auch, und zwar vom neuen Jahr. Jüngst machte ein abgelaufenes die Biege und subtrahierte sich aus der Zeit, um lediglich in den Erinnerungen der Menschen weiter zu existieren.  Was meine Vorhaben in diesem Jahr betrifft, gebe ich keinerlei vorausschauende Versprechungen mehr ab. Stattdessen nur soviel: Ich mache da weiter, wo ich stehen geblieben bin und sehe zu, dass ich etwas mehr gebacken kriege als 2017. Diese Angaben sind ohne Gewehr 🙂 und weil ich überhaupt ein ganz schlechter Angeber bin und noch dazu unbewaffnet, schieß‘  ich jetzt lieber in den Wind.

Was sich 2018 so zusammenbraut, wird am Ende sowieso direkt aus der Flasche getrunken.  Nach Feierabend, vor dem Fernseher.  Soll heißen: Auch am Ende des nächsten Jahres wird nichts mehr so heiß gegessen, wie es gekocht wurde. Und wenn dann die neue Regierung ins Kanzleramt zur ersten Arbeitskonferenz kommt, begrüßt der neue Bundeskanzler Friedrich März (CDU) sie mit einem süffisanten „Sie werden bereits erwartet.“

 

Wahlkampf und viel Abgas um nichts

Merkel sei sauer auf die Autoindustrie, stand heute im Videotext. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die ihrer Lieblingsuntergebenen das Eingeschnapptsein verzeihen wird. Denn schließlich ist Wahlkampf.

Endlich läuft wieder Wahlkampf und fröhliche Sprüche unter gut gelaunten, optimistischen Politikergesichtern grinsen uns Autofahrern quer über den Fahrbahnrand ins Auto. Zwischen jeder Baumlücke an Alleen, neben, an und vor jeder Straßenlaterne und an Wartehäuschen von Haltestellen lauert die Plakat gewordene Überredungsakquise auf die sekundenlange Gelegenheit, kitschig-allgemeine Spruchstücke in unser Bewusstsein zu schleudern und so uns Tagesschaugucker um ein Kreuz vor dem Gang zur Urne anzubetteln. Weil sie sich aber von ihren Versprechen nach der Wahl höchstens eines aussuchen, dass sie dann auch einlösen, wobei auch schon der gute Wille ausreicht, heißen diese griffig formulierten Absichtsbekundungen Wahlversprechen. Es wirkt schon, als gehe ein Ruck durch die sitzungsgeschundenen Gremiumskadaver mancher Bundestagler, wenn sie sich laut wehklagend und jammernd über einander aufregen und sich gegenseitig Versagen und Inkompetenz im Rahmen des Wahlkampfgetöses attestieren. Und gemeinsam schießt man sich dann auf andere (vom Dieselruß) schwarze Peter ein, nämlich zum Beispiel auf VW, Audi und Co. Die Kanzlerin selbst sei sauer auf diese Dieselsünder, las man heute im Videotext. Immer habe die Automobilindustrie erklärt, was alles nicht gehe, maulte sie. Recht hat sie, denn all die heimlich regierenden Lobbyisten und Konzernleitungen sollten wenigstens im Wahlkampf mal der einen oder anderen Koalitionspartei wenigstens zum Schein eine Art TüV-Plakette auf das Banner kleben. Bei all den durchgewunkenen konjunkturfreundlichen Wunschgesetzen und Gesetzentwürfen wäre das das Mindeste.

Und während die Autoindustrie vom Klassenprimus zum herumpfuschenden Dreckspatz avanciert, weil sie zu blöd und zu geizig ist, Elektroautos auf den Markt zu bringen und es ebenso ablehnt, betroffene Dieselmotoren umzurüsten, was ohnehin rückwärtsgewandt wäre, baut beispielsweise die POST-Tochter DHL kurzerhand eigene Elektrofahrzeuge. Bravo, das ist die Initiative, wie sie Politiker nur alle 4 Jahre erkennen lassen – im Wahlkampf. Und die Marktführer der Automobil-industrie nur, wenn es um PS-Zahlen und Abgaswertfrisierung im Sinne des Profites geht. Denn die Autokonzerne sehen Kunden nur als notwendiges Übel, die Anleger und Shareholder aber als die wahren Könige des Abendlandes an. Die sind irgendwie schon weiter als wir im Denken, auch wenn es da eine Gemeinsamkeit gibt: Denn wer den größten Mist absondert, ohne dass andere es merken, dem gehört die Welt – oder anders gesagt, der wird auch schon mal Wahlsieger. Nach Schema F zu arbeiten, bringt niemanden wirklich voran.

Sollten wir daher nicht einfach die Abgasnorm wieder senken und alle wieder mit einem Zweitakter a la Trabant durch die noch viel zu intakte Umwelt tuckern? Die Nostalgiker unter uns würde es freuen, und die Autobauer könnten nochmal einen Neustart hinlegen. Und in Berlin könnte man mit dem Ignorieren aller Probleme und Betrügereien fortfahren wie bisher – es sei denn es ist wieder Wahlkampf.

Ein wenig nachösterliche Kultur gefällig?

Die langjährige First Lady der DDR, Margot Honecker wäre am 17.April 2017 90 Jahre alt geworden.  Aber eine andere, viel großartigere Frau wäre am 25. April 2017 schon 100 Jahre geworden : nämlich die Jazz-Sängerin Ella Fitzgerald, die 1996 im Alter von 79 Jahren starb. 3Jahre zuvor wurden ihr übrigens aufgrund ihrer Diabetes beide Unterschenkel amputiert.

Ja und was gabs diese Ostern noch so? Die gestrigen und heutigen Ostermärsche stießen nur auf moderates Interesse – und das lag nicht nur am Wetter. Die Friedensbewegung kriegt heute niemanden mehr wirklich lange hinterm Ofen hervor oder von der kuschelgen Couch neben dem vollen Kühlschrank und dem TV mit 50 Programmen herunter…. Wir sind einfach übersatt und desinteressiert und leben in unserem eigenen Mikrokosmos, dessen Tellerrand zu hoch ist, um mal erhobenen Hauptes drüber weg zu schauen.  Ich schreibe bewusst „wir“, denn auch mir gelingt es nicht immer so, wie es angemessen wäre.

Angesichts der nun zu Ende gehenden Ostertage kann ich schon keine Eier mehr sehen – und ich bin sicher, auf Erdogan hat man heute keine geworfen.  Nicht mal assoziale … also faule, nicht wahr. Der hat sich seine Mehrheit fürs Referendum nun gerade so  zusammengekauft und darf nun endlich so tun, als sei er der Osterhase. Als erstes möchte er seinem Volk die Todesstrafe wieder ins Nest legen – soviel Nächstenliebe passt doch zu Ostern, oder? Überhaupt ist er ja ein ganz ein Lieber, und sooo umweltbewusst, auch sehr naturverbunden – sogar bei Waffen achtet er darauf, dass es BIO-Waffen sind, jahaa, siehste wohl, nur das Beste für sein Volk. Und dennoch hätte es ihn fast im Stich gelassen. Einundfünfzigkomma Hastdunichtgesehn Prozent – das ist eine hauchdünne Mehrheit … aber es hat ja funktioniert, dank des rechtzeitigen unfairen Umgangs mit den Nein-Wählern.  Das hat er vorausgeahnt, dass man da rechtzeitig gegenhalten muss.  Und? Sühst? Seine Majestät hat es geschafft.  Et hätt ja nooch maa jout jejange …

Frau Honecker hingegen hätte darüber nur müde gelächelt … Sie kannte noch richtige Mehrheiten von damals, da ging nix unter 97 %.  Überhaupt würde sie sich mit Erdogan wohl ganz gut verstehen. Bestimmt würde er sie prompt zur türkischen Bildungsministerin machen, und schon bald gäbe es die Pionierorganisation Atatürk am Bosporus … naja. Oder er hätte nüscht zu melden, würde zum Angsthasen verkommen und hoppelte nur noch mit angelegten Löffeln durch seinen 1150 Zimmer großen Riesenbunker.

In diesem Sinne: Frühliche Üstern gehabt zu haben, wünsche isch allahseits.