Schlagwort-Archive: Übers Schreiben

War mal wieder auf „Bilderfang“

… und bin während dieses Ausfluges in den „Schreibjagd“-Modus übergegangen, soll heißen, habe an weiteren Ideen getüftelt für die Kurzgeschichte „Schlüsselerlebnisse“ und ein weiteres Projekt. Hier die Ergebnisse zunächst in Pixeln, dann in wenigen Worten 🙂

Ich denke gern über das Schreiben nach, wenn ich unterwegs bin. Natürlich treiben mich nicht nur, aber auch Gruselfantastereien um, bei denen es böshumorig, hinterlistig und intrigant zugehen soll. Gewaltszenen werde ich nicht ausführlicher darstellen, als es der Story dienlich ist. Humor und Gänsehautfeeling sind als Ergebnis viel erstrebenswerter. Zugegeben, Kissenkraller wie der Film „Der Joker“sind eine Klasse für sich, und ich habe ihn genossen, und wenn mich meine Protas in so einen Strudel von Gewalt hineinziehen, wenn mich die Handlung an so einen Punkt hinführt, kann ich als Autor immer noch eingreifen. Humor kann auch eine Waffe sein, egal wie stumpf er ist.

Schluss mit Stilmixereien – Schräge Geschichten sind mein Genre

Vorrangig schreibe ich jetzt Kurzgeschichten und schräge, komödiantisch angelegte Erzählungen mit absurder Komik so wie #Plaschke. Keine Krimis, keine Biopics, keine Liebesromane, eventuell wage ich nochmal einen Ausflug in die Dystopie oder in die Prosaische Lyrik. Was mich wohl derzeit am meisten umtreibt, sind Horrorgeschichten mit Humor. Horror und Humor – Über diese Mischung habe ich mich ja schon einmal hier geäußert. Und der boshafte Sterbeberger Steckdosenzombie Plaschke ist ja auch nicht soweit von diesem Stilmix entfernt. Damit habe ich mich nun also entschieden, womit ich mich zukünftig vorrangig beschäftige.

Aus Zeitgründen langt es derzeit bei mir oft nur zum Bloggen, denn hier kommt es nicht so auf die Länge an. ( Das ist für manchen Mann durchaus ein tröstender Spruch, wenn er ihn hört…) Aber immerhin haben sich hier schon weit über 1000 Artikel gesammelt – weswegen ich mal wieder auf das Archiv zum Stöbern verweise – und auch selbst gern drauf zurückgreife. Manches wieder gefundene Zeugnis meiner manchmal abgedrehten Fantasie war mir schon gänzlich aus dem Bregen gerutscht, so dass ich beim Lesen einen „Aha“-Effekt hatte.

Feierabendautoren wie ich

Wer einem Vollzeitjob den Vorzug gibt, weil er von seiner eigentlichen Berufung, dem Schreiben ( noch) nicht leben kann, der darf sich so wie ich Feierabendautor nennen. Damit ist man aber nicht zwangsläufig auch Autodidakt. Denn fast niemand hat sich das Schreiben selbst beigebracht, erstens lernt man es in der Regel während seiner Schulzeit, zweitens liegt die Fähigkeit, wie ein Autor zu schreiben, zu einem guten Teil in den Genen, und drittens macht dann Übung ( gepaart mit Wissen) den Meister.  Oft kommen auch ein hohes Mitteilungsbedürfnis und Kommunikationsstärke hinzu.

Dass dann oft der Fernseher aus, manchmal sogar der Herd kalt und die Kaffeemaschine an bleiben, möchte ich nun nicht verallgemeinern – das ist vielleicht nur bei mir der Fall. An manchen Tagen allerdings falle ich nach der Arbeit müde aufs Sofa, und vor dem steht nun aber mal nicht nur der Tisch, sondern auch die Flimmerkiste.  Und zack! Aus Schreiben wird Gucken. Oder besser: Blinzeln, wir hatten ja festgestellt, dass ich müde bin.  Und wieder setzt eine gute Idee, die ich auf der Heimfahrt hatte, in meinem Bregen Staub bis zur Unkenntlichkeit an, bevor sie dann mal eben  weg ist.

Ein guter Feierabendautor betont dieses Wort auf den letzten zwei Silben und nimmt die ersten zwei nicht zu wörtlich.  Weil ich trotz guter Vorsätze aber nicht immer auch etwas umsetze, sitze ich ziemlich in der Tinte. Und es hapert etwas mit dem Absatz. Also, dem meiner Bücher.  Aber da das Fernsehprogramm immer schlechter wird, bin ich zuversichtlich, dass mein Rechner bald meine erste Wahl nach Arbeitsschluss sein wird.

NACHDENKEN ÜBER FACEBOOK-ABSCHIED

In Zeiten von Hasskommentaren und verbalen Entgleisungen schlimmster Art ist äußerste Vorsicht im Einsatz sozialer Netzwerke geboten – das ist eine Binsenweisheit. Heutigen Heranwachsenden werden offensichtlich Werte wie Empathie und Toleranz nicht wie selbstverständlich anerzogen. Gern würde ich dagegen aktiv werden und diese Werte hier und da versuchen zu vermitteln, das ist allerdings nicht meine Aufgabe, und ich bin nicht qualifiziert dafür. Aber die Erkenntnis, dass es nötig ist, die allein wurmt mich. Ich habe mich immer als Autodidakt in Sachen Schreiben begriffen und denke, dass ich mir dieses Hobby auch ohne Facebook und Twitter bewahren kann.

Sicher ist das Feedback und die Zusammenarbeit mit Gleichgesinnten immer eine Bereicherung. Ich nehme manche Dinge nicht zu ernst, helfe auch gern und habe ein hohes Mitteilungsbedürfnis. Einige meiner Facebookfreunde wissen das. Fortan werde ich mich aber aus persönlichen Gründen auf meinen Blog und auf meine Arbeit unter einem Pseudonym konzentrieren, Facebook als Woanders Mitesser den Rücken kehren und überlege, das Konto zu löschen.

Ich hatte nie die Intension, vom Schreiben leben zu wollen. Es gab eine Autorenschule, die genau das von ihren Autoren als Zielsetzung verlangte, der ich dann abgeschworen habe. Mir aber ist bewusst, dass ich bis dahin noch einen weiten Weg vor mir hätte, den zu gehen ich weder die nötigen Mittel noch die Beziehungen habe. Es würde bedeuten, dass ich als Autor weitestgehend allein für eine Vielzahl von Zusatzaufgaben zuständig wäre, wo doch mein Hobby nicht das Marketing, nicht die Lesung, nicht das Bewerben der Bücher, sondern nur das Schreiben ist.
Meine Erfahrung lehrte mich: Verlage, die dieses komplette Rundumpaket anbieten, und das für lau, sind in der Regel unseriöse Zuschussverlage. Damit meine ich Versprechungen, das jeweilige Buch in den Medien zu bewerben, es im Buchhandel zu platzieren, Talkshowtermine zu organisieren, usw. Ich selbst kann das alles nicht realisieren – ich habe einen Brotjob, wie man so sagt, und bin „nur“ Autor. Und für die Großen wie Suhrkamp und Co bin ich a) nicht gut genug und b) zu unkonventionell. So viel Selbstbewusstsein muss sein.  Dass wir uns nicht falsch verstehen: Mein jetziger Verlag, der Karina Verlag Wien, unterstützt mich da durchaus sehr.

Beschränke ich mich jetzt aber auf bookrix und meinen Blog, nimmt es mir den selbst auferlegten Druck ein wenig, und ich spare sicher Geld und Nerven – gut, ich verdiene auch weniger … aber Schreiben ist für mich halb Therapie, halb Hobby. Und es muss ja auch paar ambitionierte Selfpublisher wie mich geben, oder?