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Rechts-und Linksschwächen (3): Sportler

frogs-1212209_1280Insbesondere bei Mannschaftsspielen, bei denen es mehr oder weniger um Bälle geht (Tennis, Handball, Fußball, Volleyball, Feldhockey usw.) kann so eine Schwäche hinderlich sein. Kein Linksaußen kann es sich leisten, rechts und links zu verwechseln. Das gilt sowohl für die Feldposition als auch für das „Schussbein“, so will ich das mal nennen. Manche können ja rechts wie links. Ich erinnere an Lothar Matthäus (unser nächster Bundespräsident!), Franz Beckenbauer, (unser letzter Kaiser!) und einige andere. Aber auch Boxer wie Henry Maske – letztere hat er zum Glück nie gebraucht in seiner aktiven Zeit – und Muhamed Ali (R.I.P.) waren sich immer darüber im Klaren, wie sie die Rechte und die Linke zu nutzen hatten. Na und unvorstellbar ist es doch, wenn ein Formel1-Fahrer plötzlich falsch abbiegt… Vielleicht noch links blinken, rechts abbiegen und hinterher behaupten, man wolle den Gegner verwirren, jaja…
Wir halten fest: Wer rechts wie links kann, ist eigentlich privilegiert. Ich zum Beispiel kann beim Ausdauerlauf rechts wie links… abbiegen 🙂

Rechts- und Linksschwächen(2): Autoren

Was wurde man früher als Linkshänder in der Schule malträtiert: Immer wieder writing-336370_640musste man den Füller oder die Kreide in die rechte Hand nehmen, wo sie nichts weiter als ein wenig nützliches Utensil waren. Bei Tisch hieß es: „Suppenlöffel in die rechte Hand!“ Zum Glück kennt die Geschichte genügend Beispiele berühmter Linkshänder, auf die man dann immer verweisen konnte: Leonardo da Vinci, Ronald Reagan, Johann Wolfgang von Goethe, sein Kollege Mozart 🙂 , Marilyn Monroe, Bill Clinton, Bill Gates, Barack Obama, Jimmy Hendrix, Uri Geller, und, und, und… ach – und ich. (Der Esel nennt sich immer zuletzt.)

musician-847535_640Linkshändern wird nicht selten besondere Kreativität nachgesagt. Und davon können Autoren bekanntlich ein gehöriges Maß vertragen. Sind denn Rechtshänder die schlechteren Autoren? Nein. Außer sie leiden unter Legasthenie. Glücklicherweise fragt heute in der Gesellschaft niemand mehr nach solchen banalen „Veranlagungen“. Also gibt es Rechts- und Linksschwächen bei Autoren in Bezug auf das Schreiben nur in einerlei Hinsicht: So unwichtig die „Schreibhand“ ist, so wichtig ist, ob der Autor es vermag, sich auch rechts und links der Haupthandlung zu bewegen, also nicht nur eindimensional zu erzählen. Damit steht und fällt die erzählerische Qualität eines Buches, einer Novelle, einer Geschichte. Eine simple, eindimensionale Erzählweise, die immer nur vorwärts drängt, ohne Nebenschauplätze, Nebenfiguren und -ereignisse auch nur zu streifen, läuft schnell Gefahr, allzu massentauglich und simpel daher zu kommen. das mag bei Kurzgeschichten funktionieren, aber für längere belletristische Werke steigt damit die Wahrscheinlichkeit der Trivialität, der Beliebigkeit. Dann ist es schade um so manche originelle Idee, die damit verspielt wird.

Ha! Nun haben wir doch noch eine Art der möglichen Rechts- und Linksschwäche bei Autoren und Schriftstellern entdeckt. Wer gut erzählen kann, der darf also auch ruhig mit der linken Hand schreiben. Und zum Glück erzieht die Computertastatur heutzutage auch Linkshänder zur Beidhändigkeit. Und wer mit rechts tippt, obwohl er Linkshänder ist, kann sicher sein, dass man seinem Schriftbild nicht ansieht, welche Hand er benutzt hat 🙂