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Bücher, die ich niemals Schreibe (Imaginäre Cover)

Ich erstelle ja manchmal irgendwelche Cover zu noch nicht existierenden Geschichten, weil ich dabei oft auf gute und inspirierende Einfälle komme. Mein Archiv ist prall gefüllt, deswegen mustere ich nun einige Vorlagen aus, da ich die dazugehörigen Ideen für Handlung, Protagonisten und Plot verworfen habe. Diese hier habe ich nun ein letztes Mal gepostet und jetzt (aus meinem Archiv) endgültig gelöscht.

Nochmals zurück zu damals

Von Plattenbauproleten und Faltbeutelprinzen, von Pionieren  mit Pfandflaschensammelsyndrom, Altstoffhändlern und Helden der Arbeit könnte eine in meiner Kindheit angesiedelte Geschichte handeln, die das Leben in der so genannten Platte und die Sorgen, Ängste und kleinen Freuden deren Bewohner widerspiegeln soll. Die Siebziger und frühen Achtziger waren nun mal die Periode meiner Kindheit und Jugend und sind mir daher noch gut in Erinnerung. Sicher werden autobiografische Erlebnisse einfließen,  aber etwas zusätzliche Fiktion ist unentbehrlich, um etwas mit der Absurdität mancher Ereignisse, den Verhaltensweisen der Figuren und dem Schicksal zu spielen – etwas, dass man als Autor immer wieder genießt, wenn man seine Fantasie einfach auf dem Papier (oder Monitor) auslebt.  Es geht um Dederonschürzen , Sandkastenfreunde und die Betriebsgewerkschaftsleitung, um  Mangelwirtschaft und nachbarschaftliches Vertrauen, um soziale Hilfsbereitschaft die durch die Abschottung der DDR für die Bürger überlebenswichtig war. Alledem wohnte dennoch, trotz aller Widrigkeiten, eine  Art sozialer Unbeschwertheit inne: Die Mieten waren staatlich subventioniert und sehr günstig, das Gesundheitswesen verstaatlicht und für alle sozialen Schichten  kostenlos, das Bildungssystem zwar politisch indoktriniert, aber vereinheitlicht und die Lehrpläne nicht in jedem Bezirk anders.  Ein Schulwechsel stellte also zu keiner Zeit ein Problem dar.

Durch die Mauer und die eingeschränkte Reisefreiheit hielten sich Kriminalität und ansteckende Krankheiten wie Epidemien sehr in Grenzen. Diese positiven Begleiterscheinungen sind ehemaligen DDR-Bürgern heute noch sehr gegenwärtig, und manche erinnern sich wehmütig daran, zumal es heute völlig anders aussieht – auch dank des Globalisierungswahns und der allgegenwärtigen Europa-Euphorie.  Auch ist es einem Nichtossi schwer begreiflich zu machen, dass früher vieles zwar  grau und trist war,  aber dadurch auch eine gewisse Bauernschläue und Improvisationsvermögen bei den Leuten entstand. Der Gemeinschaftssinn war groß, sei es in Kollegenkreisen, Hausgemeinschaften, Familien oder Lerngruppen. Fremde Menschen halfen einander uneigennützig ohne zu fragen, man lernte schnell einander kennen, weil es normal war, miteinander freundlich umzugehen und viel zu kommunizieren.

Mag sein, dass die heutige Zeit Leute wie mich dazu bringt, alles etwas verklärt durch eine rosa Brille zu sehen. Aber ich habe auch Hochachtung vor heute aufwachsenden jungen Menschen, die es in dieser schnelllebigen Zeit so viel schwerer haben, in diesem System zu bestehen, als meine Generation es damals hatte – ohne Telefon, Internet, verstopfte Straßen und Brandanschläge.  Andererseits werden sie es womöglich nie anders kennenlernen.  Ich aber würde es ihnen wünschen, damit sie dann vergleichen können – so wie ich. Ja, und darüber will ich schreiben.

 

Der Vergangenheit auf der Spur

Es ist nicht immer notwendig, auf der Suche nach Inspiration in die Zukunft zu blicken. Den Blick zu wenden, um in die Vergangenheit zu schauen und bereits Erlebtem etwas Beachtung zu schenken, beflügelt die Kreativität beim Schreiben ebenso. Allerdings ist es erfahrungsgemäß verhängnisvoll, sich den guten alten Zeiten und seinen Erinnerungen, von denen man die schlechten gern verdrängt, zu sehr hinzugeben. Hier kommt es auf eine gesunde Mischung an. Deswegen habe ich zum Beispiel beschlossen, den Ort jenes Ferienlagers mal wieder aufzusuchen, in welchem ich wunderbare Freundschaften knüpfte und unbeschwerte Sommertage verbrachte. Die Propaganda der Staatsführung damals und die politische Beeinflussung des Lageralltages hielt sich in Grenzen,  oder sie störte uns Kinder nicht, da es für uns normal war.

Ja, es gab einen Morgenappell und vor den Mahlzeiten traten wir in Zweierreihen an,  um dann geordnet in den Speisesaal einzurücken. Beim täglichen Wettbewerb um das sauberste Zimmer konnte man einen Riesenteddy gewinnen, der als Wanderpreis fungierte – oder als Schlusslicht eine rote Laterne. Ja, ich weiß. Typisch, SED: rot, haha, warum keine gelbe Laterne?

Lagerfeuer, Nachtwanderung, Badespaß und Fußballturnier waren obligatorisch, ebenso viel Freizeit und das Wandern in die nächste Stadt, um dort das Taschengeld zu verplempern. Damals konnte man noch als Kindergruppe relativ ungefährdet an einer  Chaussee entlang laufen.  Natürlich wird es die Bungalows im Wald nicht mehr geben.  Aber die nächstgelegene kleine Stadt war und ist sehenswert. Sonntags war für uns Ferienlagerkinder dort Kinotag. zu der Zeit haben wir Filme mit Terence Hill und Bud Spencer oder Jean Paul Belmondo gesehen, Solche Kinofilme liefen durchaus auch im Osten. Kurzgesagt: Die Idee zu einer Geschichte aus jenen Tagen liegt schon seit geraumer Zeit bei mir in der Schublade. Nur das Genre steht noch nicht fest: Grusel, Thriller oder humorvoll … Mal sehen.