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Es begann mit einem Anruf

So hieß die Arbeitsfassung meiner ersten Callcentergeschichte, die dann unter dem Titel „Der Anrufer“ herauskam und leider mit zunehmender Länge etwas an Spannung verlor, wie ich bei der Lektüre mit Abstand feststellte. Deswegen folgt in meinem Projektplan nach der Zweitauflage der Gespenstergeschichte ein neuer Aufguss dieser Idee mit gänzlich anderer Story. Zur Erklärung: Die eigentliche Geschichte beginnt als Psychothriller und wird dann ein schlichter Krimi. Warum nicht mit den Genres experimentieren? Jetzt bringe ich noch ein wenig Systemkritik und Zynismus mit hinein, vielleicht versuche ich es auch mal mit etwas Romantik – soll ja dem Vernehmen nach auch bei einigen Lesern gut ankommen – und mit ein wenig Gänsehaut. Bin schon munter am Plotten. Ich hoffe, mit der Geschichte vor Weihnachten 2020 fertig zu werden.

Wenn mystische Dinge passieren, die an Gruselfilme erinnern, muss man nicht immer hinterher versuchen, die Dinge aufklären zu wollen und auf Biegen und Brechen eine möglichst logische Erklärung dafür (er)finden. So wird am Anfang eine Callcenteragentin von ihrer Heimelektronik auf zunächst unerklärliche Weise daheim genervt und gepeinigt. Telefon, Radio, Fernsehen und PC scheinen ein Eigenleben zu entwickeln. Liest sich bis dahin gut, wage ich zu behaupten.

Soweit, so gut.

Aber dann konstruiere ich eine Folge bemühter Zusammenhänge und erschaffe komische Charaktere, um alles am Schluss leidlich logisch erscheinen zu lassen. Diesem Anspruch war ich nicht so ganz gewachsen, und das wird nun anders. Sorry für diese kritische Selbstrezension, aber vielleicht versteht man jetzt, dass mir die Idee nun nach Jahren wieder in der Nase steckt. Wenn man als Autor dazulernt, möchte man das auch beweisen. Ich hoffe, ich habe neugierig gemacht.

Comedian, Regisseur und Blues-Musiker …

… und jemand, der dadurch, dass er einen Mediziner nachahmt, pro  „Dr.House“-Folge mehr Geld verdient als beispielsweise sein Vater, der richtiger Arzt war, das ist der Brite Hugh Laurie. Ihm selbst war und ist dieser Umstand unangenehm. Also, dass er mit dem Geld, nicht die Tatsache, dass er Brite ist. Das und vieles mehr erfährt der Leser in der ersten deutschsprachigen Biografie des Schauspielers, in welcher sein Werdegang auf kurzweilige Weise nachgezeichnet wird. Er reiste viel, arbeitete als Comedian in Lomdoner Clubs, ist leidenschaftlicher Sportler und Musiker.

Beim Stöbern entdeckt

Anthony Bunko, Hugh Laurie – Die inoffizielle Biografie des „Dr. House“, Schwarzkopf&Schwarzkopf, Aus dem Englischen übersetzt von Thorsten Wortmann, ISBN 978-3-86265-132-0, Genehmigte Lizenzausgabe der Übersetzung. Erschienen 2012.

Solche und andere Bücher findet man, wenn man öfter mal so wie ich Bücherscheunen und kleine Buchhandlungen durchstöbert. Es lohnt sich, auch wenn man nicht auf der Suche nach einem bestimmten Werk ist.

Lesen für die Seele – Fehlerexemplare sind mitunter gute Ware

Was habe ich schon für tolle Bücher zum Schnäppchenpreis erstanden. Wir haben in unserer kleinen Stadt einen Buchladen, der „Rückläufer“, also nicht verkaufte Exemplare aus den Buchhandlungen anbietet, und es gibt Aktionen diverser Discounter,wo als Fehlerexemplare titulierte und, wie mir scheint, mutwillig zerkratzte und eingeknickte Exemplare günstigst angeboten werden. Wie sonst ist es zu erklären, dass auf rund 40% der Fehlerexemplare ein und derselbe Kratzer auf der Rückseite auftaucht?

Man mag etwas gegen diese Verkaufstaktik haben, aber ich als davon profitierender Kunde schüttle meine Bedenken nach kurzem Überlegen ab und entscheide mich, das gutzufinden. Immerhin kaufe ich trotzdem Bücher zum regulären Preis, soweit sie mich interessieren und so weit es mein Budget hergibt. Die Tipps dazu hole ich mir oft von entsprechenden Sendungen aus dem Rundfunk und von Autoren, denen ich im sozialen Netzwerk folge. Ich weiß, ich könnte mehr dieser Lesetipps posten an dieser Stelle … Aber ich glaube, es interessiert niemanden wirklich, ob und was ich so lese. Es interessiert ja kaum jemanden, was ich so schreibe, wenn ich schreibe. Deswegen habe ich auch angefangen, „für die Schublade“ zu schreiben, wie man so sagt. Lesen hingegen tue ich nicht „für die Schublade“, sondern für meine Seele.