Schlagwort-Archive: Alle Jahre wieder

Adé, du fröhliche.

Endlich gibt dieser Lars Christmas wieder Ruhe, die Bescherung ist vorbei, das Lametta wieder abgeerntet und das Geschenkpapier wieder glattgebügelt. Im Kühlschrank ist wieder die Glühlampe erkennbar, nachdem sie tagelang hinter allerlei Essbarem versteckt wurde. Während der Polonaise mit der Trommel um den Christbaum wurden kaum Kalorien bei irgendwem, dafür aber zweihundert Lamettastreifen durch Kerzen und eine Ente im Ofen durch die Köchin des Hauses verbrannt. Und während Alexa und Siri sich ohne menschliches Zutun darüber streiten, welcher Schwarzweißfilm über den 4K-Bildschirm flimmern soll, während die Fernbedienung schmollend in der Ecke liegt und sich nutzlos vorkommt, wird auf dem neuen Smartphone vergebens nach einer App gesucht, die Magenschmerzen beseitigt und gerade verdauten Gänsebraten in Luft verwandeln kann. Das geht einem als Weihnachtsfan schon auf die Nüsse, von denen ein gewisses Aschenbrödel übrigens jedes Jahr drei bekommt.

Alle Jahre wieder erinnert Weihnachten daran, dass bei allem Fortschritt ein solch traditioneller Zwischenstopp auf dem Weg zum Jahresfinale mitunter wie ein Neustart wirken kann. Oft aber fehlt der kalendarisch verordneten Zeit der Besinnlichkeit der Sinn. Wenn bloß diese dämlichen Jahresrückblicke nicht wären. Und die dauernden guten Vorsätze. Kann man nicht ohne den ganzen Tamtam das alte Jahr mit einem letzten Dinner for One ausklingen lassen? Etwas auf dem Klavier der Hoppenstedts spielen, James Stewart endlich in Frieden von der Brücke springen lassen und Rolf Zuckowski in der Weihnachtsbäckerei einsperren?

Heiligabend bekam ich einen Schreck, als ich online ging. Kurzzeitig sah es so aus, als sei amazon durch kaufwütige Sammelbesteller und Massenverschenker ratzekahl leergeshopt worden – nicht ein Produktbutton mehr auf der ganzen Homepage. Aber dann stellte ich fest: Mein Browser hatte sich aufgehängt. Zum Glück nicht am Weihnachtsbaum. Da half nur besagter Neustart. Also sagte ich mir, ich tu´s jetzt einfach: Augen zu, Gedicht aufsagen, Weihnachten feiern

Weinachten mit amerikanischem Einfluss

Eine meiner Weihnachtsgeschichten als ebook ist die „Neujahrsbescherung„, die ihren Haupthelden ein Weihnachten erleben lässt, dass den Rahmen der Besinnlichkeit und der stillen Gemütlichkeit sprengt. Es naht Besuch aus Amerika, der ihn eigentlich gar nichts angeht, weil er seiner Ex-Frau  gilt, die ihn aber auch nicht in Ruhe lassen kann. Humorvoll schildert er als Ich-Erzähler das ganze Feiertagschaos und nimmt sich selbst dabei auch nicht so ernst.

Außer einigen Gedichten und dieser ironisch-sarkastischen kleinen Weihnachtsgeschichte habe ich lange nichts mehr zu diesem Thema geschrieben, daher wird es mal Zeit, sich auch zum Thema Weihnachten etwas einfallen zu lassen. Dieses Jahr allerdings sind die Messen gesungen, um mal bei dem Bild zu bleiben. Auf die Schnelle kommt nichts allzu Originelles dabei heraus, und es hätte auch schon im Oktober erscheinen müssen.

Link zum e-book (2,49€)

Brexit, Yexit (=Year exit) und der Status Quo

Glosse. Ein weiteres Jahr tritt allmählich aus der Zeit aus, so wie die Briten aus Europa. Vielleicht. Also irgendwann im Frühjahr lichten die Britischen Inseln nun den Anker und lassen sich Richtung Amerika treiben – oder wie muss man sich das vorstellen?

Treiben lassen sich auch manche Parteien in Deutschland, die an ihren Parteitagen derzeit wieder ausschließlich die eigenen Befindlichkeiten ausführlichst analysierten, darüber abstimmten, hinter wem sie nun stehen oder wem sie nur ganz unverbindlich zujubeln wollen und sich auch ansonsten selbst beweihräucherten. Und während die Glühweinpreise auf den Weihnachtsmärkten längst höher sind als der ebenfalls steigende Meeresspiegel, was sowohl vom zunehmenden Plastikmüll in den Meeren als auch vom schmelzenden Packeis herrührt, vergiften Luftfahrt und Schifffahrt weiterhin die Atmosphäre, und das ist durchaus zweideutig gemeint. Das bleibt selbst Kreuzfahrtfreunden und Vielfliegern nicht mehr verborgen.

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Balkonurlaub, wörtlich genommen

Im  Sommer mache ich traditionell bis zu einer Woche lang Balkonurlaub und betrete die Wohnung nur, um zu essen, zu trinken, Morgen- und Abendtoilette zu machen oder mich an- oder umzuziehen.  Das ist jetzt schon das zweite Jahr, wo ich das bei milden Nachttemperaturen von 12-16 Grad praktiziert habe.  Idealerweise sollte ich dann nicht arbeiten müssen, um auch was von den Tagen zu haben.  Das heißt, draußen arbeite ich schon, schreibe,  topfe Blumen und Gewächse um, reinige die Brüstung oder lese und höre Musik. Gegen zu schlechtes und zu heißes Wetter nutze ich immer eine Markise, geschlafen wird zu ebener Erde.

Und schon gibt es da die verrückte Idee, meine „Balkonerlebnisse“ während einer Woche mal in Tagebuchform oder als Kurzgeschichte festzuhalten … wobei dort sicher nicht alles tatsächlich von mir erlebt wurde. Es soll ja kurzweilig werden.