Archiv der Kategorie: Schreibgedanken

Vor dem ersten Absatz: Ideen besser für sich behalten?

Warum ich das nicht kann. Einerseits verlangt es mich immer danach, Ideen für Geschichten und Bücher zu teilen, bewerten zu lassen und dafür ehrliches Feedback zu bekommen, zum Beispiel zu der Frage, ob sie für ein lohnenswertes Projekt taugen; andererseits weiß ich, dass es besser ist, sie bis kurz vor Erscheinen des Ergebnisses für sich zu behalten. Halte ich einen Einfall für gut, möchte ich ihn gern anderen Weggefährten und potenziellen Lesern mitteilen, um sie auch während des beginnenden Schreibprozesses an der Entstehung des Textes teilhaben zu lassen. Leider hat das bisher nur einmal funktioniert. Deswegen fände ich eine Art Schreibwerkstatt, ein Autorenstudio oder so eine Art Autorenredaktion sehr gut, die in solchen Zeiten wie diesen sicher den sozialen Zusammenhalt fördert. Außerdem muss man dann nicht seine Ideen der ganzen Welt im Internet zugänglich machen, sondern tauscht sie auf persönlichem Wege und viel unmittelbarer aus.

Das ist mit der Grund, warum ich manchmal auf etwas vorlaute, kommunikationsfreudige Weise (schriftlich) über manche ungelegten Eier nachdenke, Covergestaltungen für nicht existente Buchdeckel durchführe, was mich selbst immer auf gute Ideen bringt und mit mancher Vorankündigung über das Ziel hinaus schieße.

Um das tun zu können fing ich ursprünglich mit dem Bloggen an. Später kamen dann zusätzlich Glossen und Kolumnen zustande. Im Blog. Ich denke, in dieser Sache kann ich nicht aus meiner Haut, auch wenn professionelle Autoren sich anders verhalten.

Schade, schade, Schreibblockade

Wenn man eine Geschichte für ein Projekt, eine Ausschreibung oder einen Verlag schreibt, der diese in Auftrag gegeben und vielleicht sogar bevorschusst hat, arbeitet die Zeit gegen einen. Das kann schon mal Druck verursachen, der die Kreativität schmälert. Schreibblockade, nennt man so etwas im allgemeinen.
So ging und geht es mir gerade, da ich immer nur Bruchteile des Tages Zeit für private Dinge habe und zum Schreiben aber das Gefühl brauche, nicht noch weitere Termine oder Jobs an dem Tag zu haben. Von 8 bis 8 Uhr dreißig zu schreiben, dann wieder von 12 bis12 Uhr fünfzehn etc. fördert bei mir nichts an Ideen zutage. Außerdem ist dann die Zahl der Zeilen, die ich in der kurzen Zeit einzutippen vermag, sehr begrenzt.

Deswegen ist es keineswegs von moralischem und ideellem Nachteil, Selfpublisher zu sein. Höchstens von finanziellem, und wenn man sich und seine Werke aktiv und nachhaltig vermarkten will, letztendlich auch von zeitlichem.

Während des seltsamen Jahres 2020 hatten und haben viele kreative Köpfe Einschränkungen in ihren Entfaltungsmöglichkeiten erfahren. Geschichten und Bücher entstanden und entstehen weiterhin, ob daheim oder woanders, gemeinsam mit Kollegen und Gleichgesinnten. Ich weiß nicht, ob ich einerseits froh sein soll, nach wie vor einen Hauptjob mit sicherem Einkommen zu haben oder mich darüber ärgern soll, dass ich nicht vermehrt für andere Dinge wie für mein Lieblingshobby Zeit habe. Zugegeben, ich war darauf eingestellt, evtl denJob zu verlieren und mehr zeit zu haben. Vielleicht ist es aber auch gut so, immerhin stehe ich jetzt kurz vor meinem ersten Urlaub, den ich aich zum Schreiben nutzen werde. Verreisen und woanders die Gastronomie und die Kultur zu genießen, macht derzeit sowieso weder Sinn noch Spaß.

Dann setze ich mich doch lieber hin und denke einmal mehr über mein zukünftiges Zeitmanagement nach. Und die nächste Schreibblockade plane ich genau im Voraus – nämlich genau dann, wenn ich nach langer Zeit wieder das erste mal verreise.

Handschrift war gestern

In den Siebzigern lernte man in der Schule noch Schönschrift, Druckschrift, Schreibschrift und DIN-gerechte Standardschrift, wie sie für technische Zeichnungen verwendet wurde. In der DDR hieß das Pendant TGL. Handschriftliches und technische Zeichnungen vom Reißbrett sterben langsam aus – wir leben schließlich in einer volldigitalisierten Welt.

Wie viele meiner Geschichten schrieb ich als Kind mühevoll von Hand in eigens dafür gekaufte Schulhefte, deren Zweckentfremdung manchem Lehrer im Unterricht erst später auffiel. Auch unterwegs ging es mit Notizbuch und Stift am schnellsten, wenn man Ideen oder andere Dinge kurz festhalten musste. Mitschreiben im Unterricht mit einer Schreibmaschine? Undenkbar. Rechner gab es noch nicht.

Ja man kann auch handschriftlich auf einem Display arbeiten, aber das hat mit Stil und Kultur wenig zu tun.

Wo die Ideen herkommen

Es gibt viele Möglichkeiten und Wege, sich inspirieren zu lassen und Ideen für (hoffentlich gute) Geschichten und/oder Gedichte zu sammeln.  Zu meinen Quellen gehören die folgenden aufgeführten Dinge:

BÜCHER. Lesen bildet, sagt man. Dabei muss man nicht andere Ideen 1:1 übernehmen, aber ein Buch zu lesen regt den Verstand an und, das ist meine Erfahrung, auch die Fantasie. Mitunter weckt es auch die Lust selbst etwas zu schreiben, weil einem die Art und Weise des Schreibstils nicht gefällt, man die Idee für nicht gut umgesetzt hält oder im Gegenteil, sich an dem messen will, was man gelesen hat.

FERNSEHEN. Langweilige Filme, vorhersehbare, familientaugliche seichte Geschichten a la „Traumschiff“ oder „Mama und der Millionär“ verleiten zwar eher zum Ab- oder Umschalten, aber auch aus anderen Sendeformaten kann man Infos und Ideen ziehen. Geschmäcker sind auch beim Fernsehprogramm verschieden.

ZEITUNGEN UND ZEITSCHRIFTEN. Nicht regelmäßig, aber häufig werfe ich auch einen Blick in die Presse. Dabei beschränke ich mich nicht auf regionale Erzeugnisse, weil es wichtig ist, auch über den Tellerrand hinaus zu schauen.  Mein Fokus richtet sich dabei vor allem auf die Kultur.

SOZIALE NETZE. Das Internet nenne ich hier nur im Zusammenhang mit Facebook,  Twitter, BookRix und Co.  Mit anderen Autoren vernetzt zu sein, möchte ich nicht mehr missen.   Im Mittelpunkt meines Interesses steht auch hier die Kultur im weitesten Sinne, von Veranstaltungen, Lesungen, Messen  bis hin zu anregenden Reisezielen und den Neuerscheinungen in der Buchwelt.

LAST BUT NOT LEAST: DER JOB. Und die Menschen, die man dort kennenlernt, so man einen Job hat,  deren Geschichten, das was man selbst erlebt und was einem verwehrt bleibt, (z.B. eine Karriere, oder im Umkehrschluss entspannte Arbeitszeiten ohne viel Verantwortung), die Suche nach einem neuen und das abrupte Ende vom alten Job, Stress auf Arbeit, zu wenig Stress, nette und weniger nette Kollegen und Vorgesetzte, etc, etc, pp.

Die eigene Beobachtungsgabe ist bei manchen Autoren sehr ausgeprägt, und auch bei mir bemerke ich, dass ich manche Dinge intensiver registriere, abspeichere und schon mal auf Charakterzüge wirklich existenter Menschen zurückgreife, wenn ich mir meine Protagonisten „backe“.