Archiv der Kategorie: Fritz Plaschke

Mehr als Nur Haha

In jedes, noch so trivial scheinende Buch mit banalen Plotideen lässt sich etwas Bedeutungsschwere hinein interpretieren, wenn man als Leser die Geschichte oder die Hauptfiguren liebt. Nicht, dass ich meine schräge Friedhofskomödie als oberflächlich bezeichnen und so Nestbeschmutzung betreiben wollte, denn das Plaschke-Buch lässt zwischen den Zeilen auch die eine oder andere ernstere Botschaft aufleuchten. Das finden übrigens auch Leser, wie ich jüngst erfahren durfte.

Bezeichnend sind sicher auch einige Kalauer, die von bissigem Humor zeugen und das Thema „Tod“ auf die Schippe nehmen, von welcher ihm der Hauptheld Plaschke mehrmals runterspringt. Das Buch ist nicht unumstritten, denn als Zielgruppe scheiden sicher Senioren und Menschen aus, die gerade den Verlust eines geliebten Angehörigen zu verzeichnen haben. Gleichwohl ist es meine, des Autoren, eigene Art die Angst vor dem Lebensende zu verarbeiten. Man muss und sollte mit Humor schwer wiegende Themen anpacken. Das ist meine Maxime. Ein NoGo aber ist verletzender, diffarmierender Humor, der eigentlich das Gegenteil sein will. Das Buch ist auf Rang 18119 in der Kategorie HUMORISTISCH. Da ist noch Luft nach oben … WEM SOLL ICH EINE LESEPROBE VON 20 SEITEN ZUSENDEN?

Es menschelt in der Geschichte und es geht um den Umgang mit dem Nächsten.

(aus einem Leserbrief 2019)

Lesenswerte Geschichte, die das Absurde im Menschen auf humorvolle Weise aufzeigt und die Frage sich stellt, wie menschlich sind wir eigentlich?

(aus einer Rezension auf amazon)
Ist das der berühmte Klärgruben-Friedhof in Sterbeberg-Trauerfeld aus dem Buch?

Wie „Der boshafte Verblichene“ entstand

Also zuerst schrieb ich das 2.Kapitel des Buches „Fritz Plaschke – Der boshafte Verblichene“ als separate Kurzgeschichte. Sie hieß „Was möchten Sie hören, wenn Sie tot sind?“  In dieser kurzen Story betritt er erstmals das Bestattungsunternehmen „Und Tschüß“ und bestellt bei Urnentreter seinen Sarg und die Musik zu seiner Beerdigung. Er wünscht sich nicht ohne Grund etwas Ausgefallenes, womit der Sargverkäufer überfordert ist.

Dann entstand auf Leserwunsch hin eine etwas verlängerte Kurzgeschichte, die schon „Der boshafte Verblichene“ hieß, aber nach der ersten Bestattung Plaschkes in der Klärgrube endete.

Als nächstes entstand der zweite Teil namens „Plaschke und der Gullitunnel“ und eine weitere Kurzgeschichte namens „Es war doch nur gut gemeint“ über einen Menschen, von dem ich noch nicht wusste, dass er später Protagonist im Buch über Plaschke wird: Kleinfred Wechselmann, missverstandener Bankmanager an der Barkasse in Geldingen. Diese Kurzgeschichte integrierte ich einfach in das Buch und ließ Wechselmann den Job wechseln und nach Sterbeberg-Trauerfeld ziehen. Der Humor der Kurzgeschichte war derselbe wie in der Plaschke-Saga, daher funktionierte das.

Erst damit war die Story um den stromnaschenden Elektriker und Kurzschlusskönig von Sterbeberg-Trauerfeld, der einfach nicht sterben konnte, vollständig.

Im Nachhinein staune ich, auf welche Art das Erzähltempo des Buches bei sich teilweise zeitlich überlagernden Geschehnissen den Leser beeindruckt. (Für Senioren, streng Gläubige oder sensible Naturen ist dieser derbe Humor nicht geeignet.  Aber die jüngste (zufriedene) Leserin, von der ich weiß, ist 16 Jahre jung).

Noch so ein Buch wie Plaschke?

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Jüngst hatte ich die Idee, als Fan der Olsenbande doch mal eine schräge Episode für dieses sympathische Gauner-Trio zu schreiben.  Dann verwarf ich sie. Sicher habe ich die Filme nahezu verinnerlicht und würde die Charaktere nicht zu sehr überzeichnen, Egon Olsen ist nicht Fritz Plaschke  und Yvonne nicht Hella Dunkelohm. ( Die jeweils Zweitgenannten  sind Protagonisten aus dem Buch „Fritz Plaschke – Der boshafte Verblichene“ , in welchem ich dem Tod auf skurrile und sehr schwarzhumorige Artversuche, den Schrecken zu nehmen.) Mir scheint es sinnvoller, neue Charaktere zu erschaffen und eigene Idee zu entwickeln. Der Spielraum, den man als Autor dann hat, ist auch größer.  Seriöse, recherchelastige Bücher wie das Werk, welches ich gerade in der Mache habe, fallen mir wegen des Zeitaufwandes und meiner latenten Müdigkeit schwer, welche durch meinen Nachtjob verursacht wird. Aber ein zweites Buch so wie Plaschke – das könnte ich mir vorstellen. Habe da auch schon eine alte Geschichte liegen, die man entsprechend überarbeiten könnte …. Für alle „Wissenden“ sage ich nur – „Blutbankräuber“.