Archiv der Kategorie: Leben in der DDR

Einmal im Radio sein

Es ist ein alter Traum von mir, einmal im Leben eine RadioShow zu moderieren, wobei eigentlich der Musikstil eine ziemlich untergeordnete Rolle spielen würde. Im Zuge dessen mache ich auch selbst Musik, das heißt – ich editiere und arrangiere nur, was meistens bereits vorhanden ist an Samples und gesungenen Parts. Selbst etwas einzuspielen habe ich mich nur selten getraut. Also während ich damals Kassetten zerschnippelt habe und Bandfetzen neu zusammenfügte, um so interessante Mixe zu erhalten, kann man das ja heute am PC erledigen, und es klingt professioneller und sauberer. Das untenstehende Stück stammt von mir, welches ich mit meinem Projekt „space2chill“ aufgenommen habe. Demnächst könnt ihr hier mehr davon hören und lesen. Evtl, falls es Zuspruch gibt, starte ich mal auf Youtube einen schüchternen Versuch. Auf dem Kanal würde ich dann evtl sogar auch vloggen. Dann könnte ich zum Beispiel auch Lesungen aufnehmen oder mit der Kamera auf Motivsuche gehen und mich dabei filmen ( lassen). Okay, zurück zu der Musik.

Sehr gern schneide ich auch eigene witzige Jingles zusammen, wenn ihr wollt, poste ich davon auch mal welche. Für den Moment gibt es aber erstmal nur „space2chill“ mit dem Track „it´s me again“. Hört mal rein, würd´mich freun. Ob amüsiert oder schockiert – bitte kommentiert !

Habe ich mir nach der Jugendweihe 1979 (DDR) vom geschenkten Geld gekauft, Kostete knapp 900 Mark der DDR

Schon als Schüler habe ich gern aufgelegt, moderiert und angesagt. Damals nahm man noch vom Radio mit Kassette auf.

Singen hingegen kann ich nur so gut, dass es für die Badewanne reicht.

Leider schallt das immer so 🙂
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Wenn Lesung, Dann Keine Kurzgeschichten

Nächste Lesung in Planung!

Was bereits feststeht: Die nächste Lesung, so es sie gibt, wird entweder Glibberbauch und seinen Gefährten oder dem „neuen“ Anrufer gelten. Die Kurzgeschichten werde ich zwei Verlagen anbieten und bei Ablehnung lediglich als kostenpflichtiges E-Book herausbringen. Fünf Kurzgeschichten sind bereits fertig. Ihr erfahrt es rechtzeitig, wenn ich – möglichst in M-V – eine Lokalität und einen Termin auftun konnte, um mal wieder live zu lesen. Leider wurde ja meine Lesung in der Kröpeliner Mühle wegen Corona abgesagt.

Vielleicht stelle ich bis dahin ja auch noch andere Werke fertig. Ich schreibe zum Beispiel auch gern über die gute alte Zeit, auch wenn das vielleicht kaum einer lesen will. In der Hinsicht falle ich als Autor aus dem Rahmen: Manchmal schreibe ich nicht für Leute, sondern für die Schublade. Das wird sich erst ändern, wenn zwischen den versehentlich verlegten Büchern mal ein Bestseller zum Vorschein kommt. Aber das wird mir sicher dann peinlich sein…. Mein Buch „Bevor die Welle bricht“ erweist sich derzeit jedenfalls noch als Ladenhüter. Und darin geht es ja um das, was wir unter „Früher“ verstehen.

Nochmals zurück zu damals

Von Plattenbauproleten und Faltbeutelprinzen, von Pionieren  mit Pfandflaschensammelsyndrom, Altstoffhändlern und Helden der Arbeit könnte eine in meiner Kindheit angesiedelte Geschichte handeln, die das Leben in der so genannten Platte und die Sorgen, Ängste und kleinen Freuden deren Bewohner widerspiegeln soll. Die Siebziger und frühen Achtziger waren nun mal die Periode meiner Kindheit und Jugend und sind mir daher noch gut in Erinnerung. Sicher werden autobiografische Erlebnisse einfließen,  aber etwas zusätzliche Fiktion ist unentbehrlich, um etwas mit der Absurdität mancher Ereignisse, den Verhaltensweisen der Figuren und dem Schicksal zu spielen – etwas, dass man als Autor immer wieder genießt, wenn man seine Fantasie einfach auf dem Papier (oder Monitor) auslebt.  Es geht um Dederonschürzen , Sandkastenfreunde und die Betriebsgewerkschaftsleitung, um  Mangelwirtschaft und nachbarschaftliches Vertrauen, um soziale Hilfsbereitschaft die durch die Abschottung der DDR für die Bürger überlebenswichtig war. Alledem wohnte dennoch, trotz aller Widrigkeiten, eine  Art sozialer Unbeschwertheit inne: Die Mieten waren staatlich subventioniert und sehr günstig, das Gesundheitswesen verstaatlicht und für alle sozialen Schichten  kostenlos, das Bildungssystem zwar politisch indoktriniert, aber vereinheitlicht und die Lehrpläne nicht in jedem Bezirk anders.  Ein Schulwechsel stellte also zu keiner Zeit ein Problem dar.

Durch die Mauer und die eingeschränkte Reisefreiheit hielten sich Kriminalität und ansteckende Krankheiten wie Epidemien sehr in Grenzen. Diese positiven Begleiterscheinungen sind ehemaligen DDR-Bürgern heute noch sehr gegenwärtig, und manche erinnern sich wehmütig daran, zumal es heute völlig anders aussieht – auch dank des Globalisierungswahns und der allgegenwärtigen Europa-Euphorie.  Auch ist es einem Nichtossi schwer begreiflich zu machen, dass früher vieles zwar  grau und trist war,  aber dadurch auch eine gewisse Bauernschläue und Improvisationsvermögen bei den Leuten entstand. Der Gemeinschaftssinn war groß, sei es in Kollegenkreisen, Hausgemeinschaften, Familien oder Lerngruppen. Fremde Menschen halfen einander uneigennützig ohne zu fragen, man lernte schnell einander kennen, weil es normal war, miteinander freundlich umzugehen und viel zu kommunizieren.

Mag sein, dass die heutige Zeit Leute wie mich dazu bringt, alles etwas verklärt durch eine rosa Brille zu sehen. Aber ich habe auch Hochachtung vor heute aufwachsenden jungen Menschen, die es in dieser schnelllebigen Zeit so viel schwerer haben, in diesem System zu bestehen, als meine Generation es damals hatte – ohne Telefon, Internet, verstopfte Straßen und Brandanschläge.  Andererseits werden sie es womöglich nie anders kennenlernen.  Ich aber würde es ihnen wünschen, damit sie dann vergleichen können – so wie ich. Ja, und darüber will ich schreiben.