Archiv der Kategorie: Kultur im Lockdown

Wenn Lesung, Dann Keine Kurzgeschichten

Nächste Lesung in Planung!

Was bereits feststeht: Die nächste Lesung, so es sie gibt, wird entweder Glibberbauch und seinen Gefährten oder dem „neuen“ Anrufer gelten. Die Kurzgeschichten werde ich zwei Verlagen anbieten und bei Ablehnung lediglich als kostenpflichtiges E-Book herausbringen. Fünf Kurzgeschichten sind bereits fertig. Ihr erfahrt es rechtzeitig, wenn ich – möglichst in M-V – eine Lokalität und einen Termin auftun konnte, um mal wieder live zu lesen. Leider wurde ja meine Lesung in der Kröpeliner Mühle wegen Corona abgesagt.

Vielleicht stelle ich bis dahin ja auch noch andere Werke fertig. Ich schreibe zum Beispiel auch gern über die gute alte Zeit, auch wenn das vielleicht kaum einer lesen will. In der Hinsicht falle ich als Autor aus dem Rahmen: Manchmal schreibe ich nicht für Leute, sondern für die Schublade. Das wird sich erst ändern, wenn zwischen den versehentlich verlegten Büchern mal ein Bestseller zum Vorschein kommt. Aber das wird mir sicher dann peinlich sein…. Mein Buch „Bevor die Welle bricht“ erweist sich derzeit jedenfalls noch als Ladenhüter. Und darin geht es ja um das, was wir unter „Früher“ verstehen.

Unterwegs sein

In diesen bescheuerten Zeiten Urlaub zu haben und nichts mit sich anfangen zu können, weil Geschäfte, Restaurants, Kinos, Theater, jetzt auch wieder Zoos und Museen geschlossen haben, ist einer der suboptimalsten Zeitvertreibe seit Erfindung des Einkaufskorbes. da kann man nur noch haltlos und ziellos mit dem Auto durch die Gegend cruisen, chillige Musik hören und überlegen, wo man eigentlich hin will und was man dort tun oder lassen muss. Händewaschen ist überall ein Muss, Händeschütteln eher nicht.

Unter solchen Umständen legt sich sogar das schönste Wetter aufs Gemüt, und die Langeweile zu einem auf die Couch, während die Ratlosigkeit der Politprominenz in Dauerschleife aus dem TV auf uns einprasselt und in regelmäßigen 14tägigen Zyklen den Traum vom Impfen in uns Noch-nicht-Rentnern wachhält. Nicht auszudenken, was wäre, wenn letztlich sogar die Wahl im September wegen Ausgangssperren ausfiele. Wie eine von mir durchgeführte Studie zeigt, befinden wir uns dann so zwischen der vierten und fünften Welle. Wenn wir Glück haben, schaffen wir bis Weihnachten mindestens sechs davon. Aber dann müssten die Kurzzeit-Lockerungen dazwischen schon noch besser organisiert werden.

Über das und mehr denke ich nach, wenn ich ziellos unterwegs bin, weil ich viel Freizeit habe, nicht weiß, über was ich schreiben oder ob ich den Keller zum dritten Mal aufräumen soll. Und zuhause, da kennt einen ja jeder. Immer dieselben Leute, immer dasselbe Fernsehprogramm. Netflix habe ich schon leergeglotzt, meine Masken durchnummeriert und alle Streichhölzer der Größe nach geordnet. Meistens sitze ich dann bis abends rum, bohre in der Nase und hole das Letzte aus mir raus, gewissermaßen.

Morgen früh werde ich mal in den Stadtpark gehen, Jogger im Vorbeilaufen anhusten. Die kann ich nicht ab. Wie kann man nur so einen Grund haben, unterwegs zu sein? Vielleicht liegt das ja an der Ausgangssperre, die sie auf diese Weise ignorieren? Es sind wahrscheinlich alles sowieso Querdenker. Ich gebe mich mit der Laufleistung meines Automotors zufrieden. Hat da jemand Mitläufer zu mir gesagt?