Archiv der Kategorie: Kultur

Einfach mal so Drauf Los jammern

Diese Weltuntergangsstimmung geht einem allmählich auf den Keks. Und wenn sich wer fragt, warum ich keine Glossen mehr zur (P)lage der Nation schreibe, dann antworte ich, weil die Realität eine einzige Glosse ist.

Deswegen halte ich es für sinnvoll, wenn man jede sinnvolle Ablenkung nutzt, so es die Zeit erlaubt. Ich zum Beispiel lese wieder viel, entrümpele meinen Keller, meinen Rechner und bringe älteren Zeitgenossen gerade ein wenig das Internet nahe, in der Hoffnung, dass sie es nicht versehentlich löschen. Gerade habe ich Ihnen erklärt, dass es auch feiertags geöffnet hat. Was ich damit sagen will: So prekär für manche Leute die Situation momentan auch ist, man muss irgendwann auch mal genug gejammert haben und sich auf sein weiteres Leben konzentrieren. Aber im Meckern und Jammern sind wir Deutschen ja unschlagbar. Wir haben es verlernt, uns ohne triftigen Grund nach draußen zu begeben, das Auto beim Einkaufen mal stehen zu lassen, und alte Gewohnheiten irgendwann mal durch neue zu ersetzen. Auch, wenn es den Umständen geschuldet ist.

Wir nehmen es in Kauf, beim Shoppen ( wohlgemerkt, nicht beim Einkauf von Lebensmitteln) Schlange zu stehen, um unser Geld loszuwerden und kommen einmal mehr an den Punkt, wo wir vergangenen Zeiten hinterhertrauern …. oder zumindest diese erneut hinterfragen.

Ich schreibe „wir“, weil ich von Menschen aus meinem Umfeld weiß, dass es ihnen ähnlich geht. Oh jee, jetzt wo ich nochmal überfliege, was ich hier schreibe, stelle ich fest – ich hab jetzt eben auch einfach mal drauf los gejammert.

Boykott des Jahresrückblicks

Das ist, wozu ich mich entschlossen habe: Angesichts des bescheuerten Jahres 2020 auf dasselbe zurückzublicken. Stattdessen suche ich im Vorausblick ein Licht am Ende des Lockdowntunnels, auch wenn mir gerade wieder bewusst wird, dass der gegenwärtige Lockdown sein Ziel verfehlt. Dort, wo sich die Menschen am wenigsten anstecken, nämlich in Gaststätten und Theatern, in Kinos und Hotels, dürfen sie nicht hin, sollen stattdessen dort bleiben, wo die Ansteckungsgefahr am höchsten ist: Im privaten Bereich. Ich äußere mich nicht weiter zur Sinnhaftigkeit dieser Maßnahmen. Viel lieber hefte ich meinen getrübten Blick mal auf meine Vorhaben 2021. Nicht gute Vorsätze, sondern gute Neben- und Hauptsätze zu Papier zu bringen und mein längst zureformierendes Zeitmanagement neu zu strukturieren, das ist meine Absicht. Weniger Absichtserklärungen, mehr Fertigstellungen zu verkünden, auch das habe ich mir auf die Fahne geschrieben. (Vorsichtshalber mit Geheimtinte, aber immerhin 🙂 ) Lesungen plane ich keine, weil es so ist, wie es ist, aber Besuche bei oder von Autorenkollegen wären schon schön. Maske hin, Lockdown her. Kurz, ich würde gern meinen Teil für mich, meine Leser* innen und Autorenkollegen dazu beitragen, dass 2021 ein Jahr wird,auf das man wieder gern zurückblickt.