Archiv der Kategorie: Kolumnen und Glossen

Wenn Worte reden könnten

Manchen Leuten fehlen wir. Andere suchen nach den richtigen von uns. Besessene ringen sogar um uns. Wir purzeln Vielschwaflern einfach so aus dem Mund, werden manchmal missverstanden, falsch gedeutet, nicht richtig ausgesprochen. Man nimmt uns ernst oder nicht, und wir fühlen uns immer so … benutzt. Wir wären gern die beste Alternative zur Gewalt, ein Stilmittel der Unterhaltung, sind manchmal machtvoll, manchmal verletzend. Sprachverliebte spielen mit uns herum, Stumme sehen sich nach uns, Verschwiegene denken uns nur, sprechen uns aber nicht offen aus. Und sich auch nicht. Wir stehen geduldig auf Papier, in Büchern, Nachrichten und in Wahlkampfreden. Die Menschen trauen uns nicht immer, wenn wir da sind. Das liegt aber an dem, der uns in den Mund nimmt. Sagt einer etwas falsches, nennt man es Sich Versprechen.  Die Menschen nehmen aber selten Versprechen zurück, lieber brechen sie sie. Dann gibt es unter uns noch ein spezielles Wort, nämlich das, welches die Menschen einander geben. „Mein Wort drauf!“, sagen sie dann, als hätten sie nur eines von uns, dessen sie mächtig sind und hätten dieses just weggegeben. Komische Spezies.  Manchmal aber bedarf es niemanden von uns.  Oder die Menschen lassen uns Taten folgen. Oder sie nutzen die Gestik und Mimik zur Wortsumgehung, aber nicht etwa, weil wir ihnen fehlen. Manchen Leuten hingegen fehlen wir wie gesagt. Andere suchen nach den richtigen von uns….

Feierabendautoren wie ich

Wer einem Vollzeitjob den Vorzug gibt, weil er von seiner eigentlichen Berufung, dem Schreiben ( noch) nicht leben kann, der darf sich so wie ich Feierabendautor nennen. Damit ist man aber nicht zwangsläufig auch Autodidakt. Denn fast niemand hat sich das Schreiben selbst beigebracht, erstens lernt man es in der Regel während seiner Schulzeit, zweitens liegt die Fähigkeit, wie ein Autor zu schreiben, zu einem guten Teil in den Genen, und drittens macht dann Übung ( gepaart mit Wissen) den Meister.  Oft kommen auch ein hohes Mitteilungsbedürfnis und Kommunikationsstärke hinzu.

Dass dann oft der Fernseher aus, manchmal sogar der Herd kalt und die Kaffeemaschine an bleiben, möchte ich nun nicht verallgemeinern – das ist vielleicht nur bei mir der Fall. An manchen Tagen allerdings falle ich nach der Arbeit müde aufs Sofa, und vor dem steht nun aber mal nicht nur der Tisch, sondern auch die Flimmerkiste.  Und zack! Aus Schreiben wird Gucken. Oder besser: Blinzeln, wir hatten ja festgestellt, dass ich müde bin.  Und wieder setzt eine gute Idee, die ich auf der Heimfahrt hatte, in meinem Bregen Staub bis zur Unkenntlichkeit an, bevor sie dann mal eben  weg ist.

Ein guter Feierabendautor betont dieses Wort auf den letzten zwei Silben und nimmt die ersten zwei nicht zu wörtlich.  Weil ich trotz guter Vorsätze aber nicht immer auch etwas umsetze, sitze ich ziemlich in der Tinte. Und es hapert etwas mit dem Absatz. Also, dem meiner Bücher.  Aber da das Fernsehprogramm immer schlechter wird, bin ich zuversichtlich, dass mein Rechner bald meine erste Wahl nach Arbeitsschluss sein wird.

Karneval – mir egal

Es muss sich nicht alles wiederholen. Nicht zu jeder neu anstehenden Kamellewurfsaison, auch Karneval genannt, und auch nicht zum Jahreswechsel und anderen Feiertagen. Was ich meine, ist die Tatsache, dass sich hier dazu schon genug Postings meiner Wenigkeit finden, so dass ich mir heuer eine beißende Satire gegen die Jecken verkneife. Dass ich als eher introvertierter Muscheltreter nicht auf Kommando Frohsinn versprühe oder nur dann feiere, wenn mich der Kalender dazu auffordert, erklärt sich von selbst. Kann man hier im Archiv nachlesen. Einfach mal „Karneval“ eingeben in der Suchleiste. Ähm… tja… nun ist das hier doch noch ein Posting geworden.