Gedicht aus der Schublade

Hin und wieder überkommt mich noch das Verlangen nach Poesie, nach gereimten und ungereimten, verknappten Zeilen. Da ich Lyrikbänden keine große Durchschlagskraft im Mainstream-Buchhandel zutraue, schreibe ich sie in der Regel für die Schublade. Dann kann ich sie genauso gut auch bloggen. Oder – und das hatte ich eine Weile lang wirklich geplant – ich lese sie auf MP3 ein. So wie Indihex meine Gute-Nacht-Geschichte über die Kuh MIAU. Die habe ich hier auch nochmal aus dem Archiv geholt. Weihnachten kann man sich sowas mal zusammen anhören. Es gibt sie auch als e-book übrigens. Vielleicht lese ich diese kleine Story und andere Kurzgeschichten auch mal ein. In diesem Sinne: MUH!…ähm…MIAU!

Ist doch regal, was ich einkaufe

GLOSSE.

Am Wochenende fand ich ausnahmsweise unser regionales Anzeigenblatt in meinem Briefkasten. Dazu gehört meistens prospekteweise Werbung aller Supermärkte und sonstigen Geschäfte unseres Stadtteils. Das wird wohl ein Einzelfall bleiben, denn für gewöhnlich beachtet man meine „Keine Werbung“- Aufkleber und lässt den Briefkasten beim Verteilen aus.

Also studierte ich die Werbung und haderte mit mir – was ich nicht brauchte, gab es hier und da günstiger. Sollte ich deswegen auf die Werbeindustrie hören und einen Bedarf stillen, den ich gar nicht habe, nur um zu sparen? Hm.

Mein Nachbar meinte, man müsse dan zuschlagen, wenn es günstig sei, die Rabatte richten sich nie nach dem Kunden, es sei schon immer umgekehrt gewesen.

„Oder hast du mal gehört, dass jemand, der etwas dringend benötigt und vielleicht schon am Verzweifeln ist, dann noch einen Preisnachlass erhält? Im Gegenteil, die Nachfrage treibt den Preis hoch.“

„Also soll ich völlig gelangweilt durch den Supermarkt schlendern und so tun, als bräuchte ich gar nichts? Werden mich die Verkäufer dann anflehen, sie doch bitte von ihren Superangeboten zu erlösen und die Preise spontan reduzieren?“

Meine Erfahrung am Wochenbeginn war eine gänzlich andere: Was immer preislich gesenkt daherkam und in den Wochenendprospekten so angekündigt wurde, war bereits vergriffen, als ich am Montagabend nach der Arbeit den Einkaufswagen-Euro zückte und staunend vor leeren Regalen mit dem Schild „Sonderangebot“ stand.

Aha. Jetzt hab ich´s. Entweder die Prospekte mit den „preislich gesenkten“ Waren bereiten uns schon mal darauf vor, was es demnächst wegen Lieferschwierigkeiten, Flughafenstreik und weiß der Teufel im Angebotszeitraum NICHT mehr gibt – dann wären die Preise gedanklich zu vernachlässigen – oder der Supermarkt meines Vertrauens verkauft nun leere Warenregale im „SONDERANGBOT“. Steht ja so dran da. Vielleicht brauch ich ja welche und weiß es noch gar nicht. Ich sollte zuschlagen, bevor die Regale auch weg sind. #regalwaspassiert

Gute Idee: Schreib-und Lese-Ostern draußen

Ich checke mal meine Möglichkeiten, Ostern zu verbringen. Wie immer fallen mir hundert Dinge ein, die ich machen könnte und ebenso viele, die zu erledigen man nun endlich Gelegenheit und Zeit hätte. Aber wonach steht einem wirklich der Sinn? Schreiben? Lesen? Kochen? Eier färben, verstecken und hinterm Sofa vergammeln lassen?

Die nächstliegende Möglichkeit, Ostern zu verbringen, ist damit, Eier zu verstecken und nicht wiederzufinden. Das fällt für mich auf meiner Want-To-Do-Liste ganz weit nach hinten. Schreib- und Lese-Ostern ist etwas für jene Karfreitage und Ostersonntage, wenn das Wetter Kapriolen und das Nachbarskind mit dem Katapult auf einen Schneemann schießt, soll heißen, wenn das Wetter nicht mitspielt. Dieses Jahr halte ich es mal mit Bewegung, packe meinen E-Reader ein und sattle mein Tretmobil, um etwas an Kondition, Sauerstoff und Vitamin D zu gewinnen. Auf einer Parkbank oder im Straßencafé an frischer, nun allmählich milder werdender Luft liest es sich viel besser als daheim auf dem Sofa. Und ich werde sicherlich meine Ideen und laufenden Projekte sichten und ordnen.

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An meine Leser: Ab jetzt – Stories nur für Knete

Ab 01.April2022 wird es keine Leseproben und Gedichte mehr auf diesem Blog geben. Alles was zukünftig an Texten entsteht, ist der Veröffentlichung durch Verlage vorbehalten. Das gilt nicht für Blogposts hier.

Um das zu erklären: Zu lange habe ich die paar LeserInnen, die mir die Treue halten, mit billigen E-Books und kostenlosen Geschichten und Gedichten überfüttert. Darum kauft fast niemand, was ich schreibe. Immer wieder aber wird mit bescheinigt, die Geschichten und Bücher seien wirklich gut.

Kreative Arbeit verdient auch Anerkennung in Heller und Pfennig, wie man so sagt. Zukünftig arbeite ich daran, vom Schreiben (besser) leben zu können. Zwei Verlage wollen mich dabei unterstützen.

Jetzt aber genieße ich erstmal den Frühling und nehme den Blog in paar Tagen kurz offline, um ihn in Ruhe neu zu strukturieren.

Aufgetau(ch)t: Frühling auf Balkonia

Jetzt wo sich die Sonne bei uns im Norden wohl zu fühlen scheint, argwöhne ich, dass sie doch nur so lange bleibt, bis ich ihre Neugier gestillt und meine Balkonpflanzen eingepflanzt und rausgesetzt habe. Außerdem wird sie sich wohl spätestens zu meinem Urlaubsanfang aus dem Staube machen – dererlei fiese Streiche bin ich von Petrus und ihr schon gewöhnt. Aber man muss ja nicht zwingend auf dem Balkon übernachten, so wie ich es im Sommer manchmal gern mache, man kann da ja auch prima Glühwein trinken, den Krankenpflegern applaudieren, grillen oder das Fahrrad reparieren. Von meinen Ansprachen an das Volk ganz zu schweigen, auch wenn die wohl ihre Wirkung verfehlen, weil dieser Balkon, von dem aus ich die Republik Balkonia ausrief, und meine Untertanen die Möwen fütterte, nach hinten raus liegt.

Und während grelles Tageslicht mir meine schmutzigen Balkonfenster vor Augen führ, meine Zimmerpflanzen wachsen und meine weißen Möbel altern lässt, weil sie grau aussehen, stelle ich fest, dass sie deshalb grau aussehen, weil sie feinen dunklen Hausstaub zu schwitzen scheinen. Was wird wohl in diesem Frühling bei mir überwiegen – Der Hang zum Frühjahrsputz, oder die Frühjahrsmüdigkeit? Um es in der Anglersprache zu sagen: Die Frage wurmt mich. Naja – erstmal ein paar Stunden drüber schlafen… natürlich auf dem Balkon zwischen kaputtem Fahrrad, dreckigem Grill und fast halb bepflanzten Balkonkästen.