Archiv der Kategorie: Kolumnen und Glossen

Lockdown back in Town

GLOSSE. Zum Glück wird der Lockdown verlängert. Ich hatte schon befürchtet, ich müsste nun nach der Arbeit noch in die Stadt fahren, um noch in die offenen Geschäfte zu kommen, bevor sie der verkürzten Öffnungszeiten wegen um 18 Uhr schließen. Shoppen, so lange es noch möglich ist, oder so. Dieser Stress bleibt mir erspart, und ich kann mich aufs Schreiben konzentrieren. Ich muss niemanden irgendwohin zum Essen einladen, nicht mal, wenn ich flirten, meinen Geburtstag feiern oder einfach nur italienisch essen will. Und dank der seltsamen Ausgangssperre stecke ich mich jetzt lieber nachts drinnen an, als draußen an frischer Luft allein in der ohnehin gruseligen Dunkelheit vergebens auf den einsetzenden Husten zu warten. Mein Kino heißt Netflix, mein Museum Keller und mein Koch ist ein Lieferheld und mein Café der Balkon.

Fast so beschaulich wie zu DDR-Zeiten. Allerdings war damals nicht alles besser. Wenn auch das Toilettenpapier niemals knapp war, das muss man sagen. Aber es war im Gegensatz zu heute scharf wie Schmürgelein, also wie Schleifpapier. Das war aber auch nötig, damit auch die letzten braunen Arschlöcher irgendwann rot wurden.

Unterwegs sein

In diesen bescheuerten Zeiten Urlaub zu haben und nichts mit sich anfangen zu können, weil Geschäfte, Restaurants, Kinos, Theater, jetzt auch wieder Zoos und Museen geschlossen haben, ist einer der suboptimalsten Zeitvertreibe seit Erfindung des Einkaufskorbes. da kann man nur noch haltlos und ziellos mit dem Auto durch die Gegend cruisen, chillige Musik hören und überlegen, wo man eigentlich hin will und was man dort tun oder lassen muss. Händewaschen ist überall ein Muss, Händeschütteln eher nicht.

Unter solchen Umständen legt sich sogar das schönste Wetter aufs Gemüt, und die Langeweile zu einem auf die Couch, während die Ratlosigkeit der Politprominenz in Dauerschleife aus dem TV auf uns einprasselt und in regelmäßigen 14tägigen Zyklen den Traum vom Impfen in uns Noch-nicht-Rentnern wachhält. Nicht auszudenken, was wäre, wenn letztlich sogar die Wahl im September wegen Ausgangssperren ausfiele. Wie eine von mir durchgeführte Studie zeigt, befinden wir uns dann so zwischen der vierten und fünften Welle. Wenn wir Glück haben, schaffen wir bis Weihnachten mindestens sechs davon. Aber dann müssten die Kurzzeit-Lockerungen dazwischen schon noch besser organisiert werden.

Über das und mehr denke ich nach, wenn ich ziellos unterwegs bin, weil ich viel Freizeit habe, nicht weiß, über was ich schreiben oder ob ich den Keller zum dritten Mal aufräumen soll. Und zuhause, da kennt einen ja jeder. Immer dieselben Leute, immer dasselbe Fernsehprogramm. Netflix habe ich schon leergeglotzt, meine Masken durchnummeriert und alle Streichhölzer der Größe nach geordnet. Meistens sitze ich dann bis abends rum, bohre in der Nase und hole das Letzte aus mir raus, gewissermaßen.

Morgen früh werde ich mal in den Stadtpark gehen, Jogger im Vorbeilaufen anhusten. Die kann ich nicht ab. Wie kann man nur so einen Grund haben, unterwegs zu sein?

Vorteil von Spamkommentaren

Da habe ich doch tatsächlich durch Spameinträge in meinem Blog, die ja durch Akismet aussortiert werden, steinalte und lustige Blogposts von mir wiederentdeckt. In den jeweiligen Kommentarfeldern stand zwar fremdsprachiges, belangloses Zeug, soweit ich das verstanden habe, aber dadurch ist mir erst bewusst geworden, dass dieses Blog hier schon seit 2012 existiert. Und wie gesagt, die alten Kamellen von damals sind manchmal einen zweiten Blick wert. Allerdings ist das der einzige Vorteil von Spam, der mir einfällt … Dass man so nochmal fast Vergessenes neu entdeckt im Archiv.

Damals hieß das Teil hier noch VERSsucht, Verstival und so weiter. Das hat sich geändert, es sind auch Zweitblogs dazugekommen und wieder verschwunden, aber Bloggen werde ich weiterhin hier.

Kalorienhaltige Kurzgeschichte

Anne-Rinde Baum und ihr Mann, der berühmte Verdauungskünstler Salmiaxel Darmwind, entwickelten eine Vegantherapie für freiwillige und unfreiwillige Fleischverschmäher. Ausgerechnet zu Weihnachten erleiden einige der Patienten Rückfälle. Ist der ständig deprimierte Halbtürke Machmut Neelassmal mit seinem Imbiss daran schuld? Da helfen nur Hinterlist und Gewalt, damit die Erfolgsbilanz am Ende nicht abkackt … Coming soon.

Photo by Daria Shevtsova on Pexels.com