Archiv der Kategorie: Alltag und Schreiben

Offline-Schreiben nach Feierabend

Vorläufiges Cover

Zettel und Stift


Es bleibt dabei, dass ich nach 8,5 Stunden Arbeit am Rechner zu hause fast nie den Spaß, die Konzentration und den Willen habe, erneut vor dem Bildschirm zu sitzen. Daher probiere ich nach dem Urlaub aus, mit Stift und Papier an meinen Geschichten zu arbeiten.

Im Urlaub jedoch orientiere ich mich erstmal auch an dem, was ich im Laufe der Zeit hier so angekündigt habe: Eine Küchengeschichte, das Gespensterbuch, und die Callcentererzählung in neuem Gewand. Die Bekanntgabe zukünftiger Projekte ist immer ohne Gewähr. – Sie kommen irgendwann auch mal dran.

Ich werde mich nicht mehr zeitlich selbst unter Druck setzen


Für ein Hobby mit Stress bin ich viel zu alt.

Alles Nice im Arbeitskreis?

Bei der Projektarbeit mit anderen Autoren, die geografisch gesehen weiter weg wohnen, tritt so manche Herausforderung auf, wenn man nicht an einer gemeinsamen Sache arbeitet. Was nützt es zum Beispiel, gute Ideen zu liefern und sich die Arbeit teilen zu wollen, wenn außer dem guten Willen nichts vom anderen Ende der Leitung zurückkommt. Ach doch: Positives Feedback wie “ Ja, das ist gut. das machen wir.“ Aber an der Stelle endet dann auch das „WIR“ schon wieder.

Angesichts einer solchen Erfahrung, von der ich bewusst nichts in den Netzwerken geschrieben habe und zu der ich mich auch hier nicht im Detail äußern will, weil sich das nicht gehört, kehre ich zu meinen bisherigen Schreibgewohnheiten zurück. Wenigstens benötige ich keinerlei Stimuli zur Ideenfindung, da meine Schublade noch voll davon ist. Über mangelnde Zeit jammere ich jetzt nicht schon wieder. Derzeit schreibe ich zwischen 500-1000 Wörter pro Tag. Die Stetigkeit ist das, was mich leidlich zufrieden macht, nicht die Menge. Manchmal, wenn mich die Handlung vorwärtstreibt und die Zeit es erlaubt, wird es auch mehr. Wenn Familie und Arbeit es erlauben, ziehe ich den Schreibtisch auch abends schon mal dem Fernsehsessel vor. Zumal ich bald mein Bezahlfernsehen wieder loswerde, welches eine tolle Sache ist, wenn man es sich leisten kann und unbändig viel Zeit hat.

Schreib ich halt wieder alleine weiter…

Eigentlich Schade…

Team heißt ja : Toll, Ein Andrer Macht´s! Mir hätte es gereicht, wenn ein Andrer mitgemacht hätte.

(Woandersmitesser)

Es hätte mir etwas mehr Motivation und etwas mehr Druck gegeben, wenn da jemand gewesen wäre, der auf meine Zuarbeit wartet, um damit weiterarbeiten zu können. Das ist, was ich an Teamarbeit mag. Und die sogenannte Schwarmintelligenz während des Entstehungsprozesses der Handlung. Wenn Ideen aus mehreren Köpfen einfließen, gibt das oft der Story einen um Nuancen reicheren Stilmix.

Bevor es einen packt

Wenn die eigenen geschriebenen Zeilen den Schreibenden beim Weiterschreiben nach und nach in ihren Bann ziehen, er in diese neue Welt abtaucht, die sich da vor ihm auftut, deren Schöpfer im Geiste niemand anderes als er selbst ist, dann spürt er: Schreiben ist Macht.

Man kreiert, man erfindet und erdenkt sich Szenarien, Situationen und Charaktere und ist am Ende nichts anderes als deren Schicksalsbestimmer, also deren Gott. Aber bis es soweit ist, muss man erst mal einen Anfang finden und mit diesem auch zufrieden sein. Befindet man ihn für fortsetzungswürdig, ist alles gut. Kommt man aber nicht zu der nötigen Ruhe und der gedanklichen Distanz zum Hier und Jetzt, scheitert man in der Regel. Womit wir dann bei mir wären. Mir bleiben statt der Feierabende daher nur die rar gesäten Wochenenden und schichtfreien Tage, die es derzeit noch nicht gibt – erst ab und im August. Und so bleibt mir auch jetzt, am letzten Juliwochenende, die Hoffnung, dass ich neben privaten und familiären Aufgaben auch mein Hobby etwas pflegen kann.

Der Stand der Dinge ist nun der, dass ich drei Kurzgeschichten fertig habe, an einer neuen Callcentergeschichte und der Wiederauflage meines Kinderbuches arbeite. Außerdem wartet noch ein völlig abgedrehte Koch- und Küchengeschichte für ein Anthologieprojekt darauf, aufgeschrieben zu werden.

Allein Schreiben macht Träge

Geht es euch auch so? Manchmal fallen mir blitzartig Sachen ein, die ich zunächst für tauglich halte, um einige Seiten Text zu ergeben, die auch noch gelesen und für gut befunden werden könnten – nicht von mir, von Woandersmitlesern, wohlgemerkt. Dann schrieb ich sie auf, betrachtete sie später mit Abstand und löschte sie. ( Obwohl sie gar nicht brannten, haha. Späßle gemacht)

Was ich mich frage: Wären sie es wert gewesen, über sie eine zweite Meinung einzuholen? Ich werde es nie erfahren. Wieder einmal lese ich übrigens mit einer Mischung aus Neid und Genuss ein gutes Buch. Welches das ist und was mir daran gefällt, werde ich demnächst auf „Textlob“ posten. Das bringt mich wieder auf die oben genannte Geht-es-euch-auch-so-Frage.

Zweifel sollen ja angeblich einer Sache förderlich sein. Was mir aber darüberhinaus noch fehlt ist ein Motivator, der mir in den Hintern tritt oder sich mit mir einen Gedankenaustausch liefert, das Schreiben betreffend. Deswegen habe ich nun das autorenbüro13 aus der Taufe gehoben. Zunächst verwalten es nur ich – und mein Pseudonym, was vielleicht ein erstes Anzeichen von Schizophrenie ist. Aber eventuell habe ich da schon eine regionale Mitstreiterin gewonnen. Das soll nichts weiter als eine Schreibwerkstatt sein, die vielleicht mal irgendwann so etwas wie ein kleiner Eigenverlag werden könnte.

Es stimmt, ich will tatsächlich nochmal einen unbelasteten Neuanfang in einem anderen Genre versuchen. Und das dann erstmal ausschließlich als Selfie. ( Kosename für einen Selfpublisher bzw. Selbstverleger.)

Womit wir wieder beim leidlichen Thema der Effektivität wären. Vorstellbar wäre für mich sogar, dass der Fernseher ab 20.15 Uhr täglich ausbleibt und man bis 22 Uhr statt einen Tatort zu schauen eben das Script für einen schreibt … oder so. Und das gemeinsam tut. Oder im Austausch miteinander. Per Skype, Whats App, whatever. Wenigstens habe ich jetzt einen Job ohne Schichten, der mir das ermöglichen könnte. Allein mir fehlt derzeit ein Ziel und die Motivation und jemand, der mitmachen und mit mir herumspinnen und Ideen ausarbeiten würde, mitschreibt, und den so ein Austausch auch weiterbringen würde.

Ich sag´s mal wie es ist: Allein kriege ich derzeit meinen Arsch nicht hoch. Und so ein Brotjob nine2five stört da auch ein wenig. Was solls, mein Zeug lesen eh nur 3 Leute. Es fehlt der Einfluss von außen bei meinen Ideen, denke ich. Schön wäre es, wenn das autorenbüro13 ein Projekt wird, wo sich in loser und flexibler Abfolge Autoren austauschen und verschiedene zeitlich begrenzte Zusammenarbeiten prohektorientiert kreuz und quer entstehen, je nach gemeinsamen Interessenlagen.

Kommentiert hier, kontaktiert mich auf facebook, oder mailt mich an, wenn ihr mitmachen oder mehr wissen wollt, wenn ihr gemeinsame Ideen ausarbeiten oder teilen, euch oder andere inspirieren wollt. Allein Schreiben heißt auch allein gegen den inneren Schweinehund kämpfen, und das fällt mir zumindest bei meinem schwer. Gegen andere innere Schweinehunde kann ich mich behaupten. Behaupte ich jetzt mal. Geht es euch auch so?