Warum ich 2 Leute bin

Die unterschiedlichsten Gründe bewegen Autoren mitunter dazu, gewisse Geschichten unter Verwendung eines Pseudonyms oder als ghost writer zu veröffentlichen. Auch ich denke darüber nach, da ein Buch unter meinem echten Namen bereits in einem bestimmten Genre existiert und ich mich auf anderen Gebieten des Schriftstellerns ausprobieren möchte. So erhält man als Autor die Chance auf eine unvoreingenommene Reaktion der Leser, räumt diesen Werken eine vorurteilsfreie Chance Möglichkeit ein, viel gekauft und gelesen zu werden. Diese leicht elegante Art, dem Druck nach einem Erstlingswerk auszuweichen und sich beim Schreiben darauf einzulassen, wohin die Story führt erleichtert es mir, meine Gedanken querfeldein zu schicken. So bin ich also quasi 2 Personen, zumal meine Fantasie für eine alleine zu umfangreich ist und gar nicht in nur ein Gehirn passt. mir, meine Gedanken querfeldein zu schicken. So bin ich also quasi 2 Personen, zumal meine Fantasie für eine alleine zu umfangreich ist und gar nicht in nur ein Gehirn passt.

Wenn ich mit meinem Zweitstart als Schriftsteller erfolgreicher bin als mit meinem Debüt, weiß ich, dass die Idee mit dem Alter Ego nicht ganz verkehrt war. Und wenn nicht, setze ich mein Pseudonym an der Autobahnraststätte meines Vertrauens aus. Vielleicht begegne ich ihm später nochmal im Leben, und dann erzählt es mir, was es in der Zwischenzeit erlebt hat.Und voila: Da haben wir den nächsten Roman.

Nachtaktiv

Nein, ich kündige kein neues Projekt an. Vielmehr geht es um meine urlaubsbedingte Schlaflosigkeit, die ich eigentlich für kreative Momente zu nutzen gedachte. Das Problem ist nur: Sie blieb aus. Und das, wo ich mich doch zu den Nachtmenschen zähle, spät ins Bett gehe und es darauf anlege. Jetzt, zum Ende des Urlaubs, fällt das Fazit wieder mal mager aus: 2 Kurzgeschichten, 8 Gedichte. Und die Nachtaktivität ist keine Option mehr ab nächste Woche, wenn ich wieder mit meinem Hauptjob weitermache.

Außerdem wird dann sicherlich auch das Wetter immer frühlingshafter und mich nach der Arbeit vom Schreibtisch weglocken. Weil ich ja aber nun keinem zeitlichen Druck mehr unterliege, ständig Geschichten und Gedichte veröffentlichen zu müssen – das habe ich selbst so beschlossen, um mich auf das Schreiben für „richtige“ Veröffentlichungen bei Verlagen zu fokussieren – erfährt ja auch niemand mehr, was ich mir alles vornehme an Projekten und welches Manuskript wie lange unfertig in meiner Schublade liegt.

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Hinzu kommt, ich habe nicht nur das Schreiben, sondern auch das Lesen schon lange für mich entdeckt. Seit der zweiten Klasse war ich Mitglied in unserer Stadtteilbibliothek und habe sämtliche Kinder- und diverse Erwachsenenbücher verschlungen. In der fünften Klasse musste ich meine damals noch etwas wirren Geschichten vorlesen, weil die Lehrer es so toll fanden, dass es jemanden in der Klasse gibt, der sich seine Geschichten selbst schreibt, oder es zumindest versucht. Entschuldigt wenn ich etwas abschwiff ( …abschweifte…?) Lange Rede, kurzer Sinn: In Sachen Schreiben war mein Urlaub nicht so ergiebig wie erhofft – also alles wie immer. Und sobald ein Verlag ein Manuskript von mir annimmt, kann ich das eh´ nicht für mich behalten, und ihr erfahrt es auf Facebook, Twitter und hier. Vom 2. zum 3. April aber werde ich noch die erste und letzte Schreibnacht in meinem Urlaub einlegen.

Humor bleibt außen vor

Es liegt nicht daran, dass einem in Zeiten wie diesen das Lachen schon mal im Hals stecken bleibt. Oder daran, dass ich zeitgemäß schreiben will. Trends sind dazu da, um sie zu ignorieren. Seien es Ausreden, Notlügen, Reißerische Schlagzeilen, Montags-Demos, oder profaneres wie Schlaghosen, CD´s, veganes Fleisch aus Gemüse, das also gar keins ist, auch wenn es so heißt ( Würde man Erbsen aus Schnitzelfleisch etwa nichtvegane Erbsen nennen?) etc.etc.

Also nein, daran liegt es nicht – dass meine nächsten Geschichten weniger lustig und nicht mehr ganz so schräg daher kommen. Hier und da will ich mich im detaillierteren Darstellen von Charakteren und im subtileren Erzählen üben. Show, don´t tell also, und Andeuten statt Erklären. Der Gedankenspielraum muss während des Lesens spürbar erhalten bleiben. Ich will den Leser nicht wie einen angeleinten Hund durch das Stück führen, er soll sich ( gedanklich) frei bewegen können, auch mal falsch abbiegen und so ein aktives Lesen erfahren. Und weil ich über Dinge und Erlebnisse, über Bereiche und Themen schreiben will, in denen ich mich auskenne, wird der Anteil an fiktiven und imaginären Passagen sinken, und die Authentizität sticht ins Auge – ähm, also rein bildich gesprochen, versteht sich. Kein Autor – außer vielleicht Stephen King in einer seiner Geschichten – möchte seinen Lesern das Augenlicht rauben.

Zurück zu meinem Ansinnen: Ich werde mich sprachlicher Mittel bedienen, wie ich sie für gut erachte und eine stilistisch durchwachsene Sprache nutzen, sowohl proletenhaften Gassenjargon als auch eine Mischung aus zeitgemäßer und altbürgerlicher Sprache – je nach dem Protagonisten und der Zeit, die ihn geprägt hat. Alles eben zu seiner Zeit. Und all das zielt nur auf eines ab: Auf die Wirkung der Geschichte. Egal, welche Regeln dafür wie sehr auch immer verbogen werden müssen.

Klarstellung in eigener Sache

hosen tragenHier wird natürlich weiter gebloggt. Es folgen  eine Glosse darüber, warum es gefährlich und bekloppt ist, seine Hose nur über dem halben Gesäß zu tragen, wo dieser Brauch herkommt,  eine LESEPROBE von der Kurzgeschichte DER KRÄUTIGAM und weitere Gedanken zum und beim sowie über das Schreiben. Auch steht noch eine Textlob-Rezension aus, ich weiß … Die hatte ich angekündigt.

Noch so ein Sofasamstag

Wenn man lange schläft, kann es passieren, dass man aufwacht kurz bevor es wieder dunkel wird. Ich bin ein Künstler darin, mir Dinge vorzunehmen, die die Woche über liegengeblieben sind, und dann am Abend davor sehr spät ins Bett zu gehen. Meistens vertraue ich drauf, dass ich nicht zu spät aufwache. Aber denkste.

Dabei wollte ich heute eine Geschichte von mir abtippen und in ein Portal stellen. Ich wollte ein Kapitel eines Autorenkollegen um ein weiteres ergänzen, damit er dann wieder dran ist und dann ich wieder – wir wechseln uns ab bei der Story – aber nichts da.

Tja, das Freizeitleben eines immer müden Feierabendautoren besteht darin, dass er seiner Agenda im Kopf hinterherlebt und über eine megalange Bank verfügt, auf die er all die unerledigten Dinge schiebt, so dass sie fast hinten wieder runterfallen. Warum verdammt muss das Sofa so gemütlich, der Grog so schön dampfend und das Fernsehprogramm so einlullend sein? Das fragt er sich, während er in den Butterstollen beißt und nicht weiß, ob er kauen oder gähnen soll.

Dann platzt überraschend die Verwandtschaft in die halb aufgeräumte Singlebude, die wahrscheinlich den Grog gerochen und auch Appetit auf Stollen hat. Schulterzuckend wirft der Schreiberling seinem Schreibtisch einen Seitenblick zu: Kann man halt nix machen. Aber diesen Blitzbesuch wird die Verwandtschaft bereuen. Die Rache wird bitter.

Spätestens in der nächsten Kurzgeschichte.