Archiv der Kategorie: Alltag und Schreiben

Noch so ein Sofasamstag

Wenn man lange schläft, kann es passieren, dass man aufwacht kurz bevor es wieder dunkel wird. Ich bin ein Künstler darin, mir Dinge vorzunehmen, die die Woche über liegengeblieben sind, und dann am Abend davor sehr spät ins Bett zu gehen. Meistens vertraue ich drauf, dass ich nicht zu spät aufwache. Aber denkste.

Dabei wollte ich heute eine Geschichte von mir abtippen und in ein Portal stellen. Ich wollte ein Kapitel eines Autorenkollegen um ein weiteres ergänzen, damit er dann wieder dran ist und dann ich wieder – wir wechseln uns ab bei der Story – aber nichts da.

Tja, das Freizeitleben eines immer müden Feierabendautoren besteht darin, dass er seiner Agenda im Kopf hinterherlebt und über eine megalange Bank verfügt, auf die er all die unerledigten Dinge schiebt, so dass sie fast hinten wieder runterfallen. Warum verdammt muss das Sofa so gemütlich, der Grog so schön dampfend und das Fernsehprogramm so einlullend sein? Das fragt er sich, während er in den Butterstollen beißt und nicht weiß, ob er kauen oder gähnen soll.

Dann platzt überraschend die Verwandtschaft in die halb aufgeräumte Singlebude, die wahrscheinlich den Grog gerochen und auch Appetit auf Stollen hat. Schulterzuckend wirft der Schreiberling seinem Schreibtisch einen Seitenblick zu: Kann man halt nix machen. Aber diesen Blitzbesuch wird die Verwandtschaft bereuen. Die Rache wird bitter.

Spätestens in der nächsten Kurzgeschichte.

Schreiben mit Stift und Papier

Weil die ständige und unmittelbare Verfügbarkeit des Internets mich immer vom Schreiben ablenkt, bin ich zum Schreiben mit Stift und Schreibheft übergegangen. Ich schreibe tatsächlich in Schulheften, weil einzelne A4-Seiten eines Blocks die Eigenart haben, wie falsche Freunde nicht zusammenhalten zu können.

Auch wenn es nach doppelter Arbeit riecht, weil man dann alles nochmal abtippen muss, kann ich dem einiges abgewinnen – es darf durchgestrichen, geschmiert, mit Randbemerkungen versehen und falsch geschrieben werden, ohne dass immer wieder neu gespeichert werden muss. Und es gibt keinen Crash und kein Virus, welches das auf diese Weise geschriebene Wort plötzlich wegzaubert. So komme ich auch mal wieder ohne Tastatur zu meiner ganz eigenständigen Handschrift. Es ist einfach auch für die jüngere Generation empfehlenswert, mal „awK“ zu sein beim Schreiben. (away from Keyboard) Wie oft habe ich den Rechner gestartet um zu Schreiben und blieb am Ende im Internet kleben – die Zeiten sind nun vorbei.

Offline-Schreiben nach Feierabend

Vorläufiges Cover

Zettel und Stift


Es bleibt dabei, dass ich nach 8,5 Stunden Arbeit am Rechner zu hause fast nie den Spaß, die Konzentration und den Willen habe, erneut vor dem Bildschirm zu sitzen. Daher probiere ich nach dem Urlaub aus, mit Stift und Papier an meinen Geschichten zu arbeiten.

Im Urlaub jedoch orientiere ich mich erstmal auch an dem, was ich im Laufe der Zeit hier so angekündigt habe: Eine Küchengeschichte, das Gespensterbuch, und die Callcentererzählung in neuem Gewand. Die Bekanntgabe zukünftiger Projekte ist immer ohne Gewähr. – Sie kommen irgendwann auch mal dran.

Ich werde mich nicht mehr zeitlich selbst unter Druck setzen


Für ein Hobby mit Stress bin ich viel zu alt.

Alles Nice im Arbeitskreis?

Bei der Projektarbeit mit anderen Autoren, die geografisch gesehen weiter weg wohnen, tritt so manche Herausforderung auf, wenn man nicht an einer gemeinsamen Sache arbeitet. Was nützt es zum Beispiel, gute Ideen zu liefern und sich die Arbeit teilen zu wollen, wenn außer dem guten Willen nichts vom anderen Ende der Leitung zurückkommt. Ach doch: Positives Feedback wie “ Ja, das ist gut. das machen wir.“ Aber an der Stelle endet dann auch das „WIR“ schon wieder.

Angesichts einer solchen Erfahrung, von der ich bewusst nichts in den Netzwerken geschrieben habe und zu der ich mich auch hier nicht im Detail äußern will, weil sich das nicht gehört, kehre ich zu meinen bisherigen Schreibgewohnheiten zurück. Wenigstens benötige ich keinerlei Stimuli zur Ideenfindung, da meine Schublade noch voll davon ist. Über mangelnde Zeit jammere ich jetzt nicht schon wieder. Derzeit schreibe ich zwischen 500-1000 Wörter pro Tag. Die Stetigkeit ist das, was mich leidlich zufrieden macht, nicht die Menge. Manchmal, wenn mich die Handlung vorwärtstreibt und die Zeit es erlaubt, wird es auch mehr. Wenn Familie und Arbeit es erlauben, ziehe ich den Schreibtisch auch abends schon mal dem Fernsehsessel vor. Zumal ich bald mein Bezahlfernsehen wieder loswerde, welches eine tolle Sache ist, wenn man es sich leisten kann und unbändig viel Zeit hat.

Schreib ich halt wieder alleine weiter…

Eigentlich Schade…

Team heißt ja : Toll, Ein Andrer Macht´s! Mir hätte es gereicht, wenn ein Andrer mitgemacht hätte.

(Woandersmitesser)

Es hätte mir etwas mehr Motivation und etwas mehr Druck gegeben, wenn da jemand gewesen wäre, der auf meine Zuarbeit wartet, um damit weiterarbeiten zu können. Das ist, was ich an Teamarbeit mag. Und die sogenannte Schwarmintelligenz während des Entstehungsprozesses der Handlung. Wenn Ideen aus mehreren Köpfen einfließen, gibt das oft der Story einen um Nuancen reicheren Stilmix.