Neu durchstarten als Alter Ego?

Für und Wider eines Daseins als Ghost Writer oder Pseudonym wäge ich in letzter Zeit immer mehr ab. Als „normales“ Ich bin ich wohl literarisch betrachtet in der Schublade „Humor“ zuhause. Gern würde ich mal andere Genres ausprobieren, die damit für viele Bücherwürmer nichts zu tun haben und die man von einem Autor mit Ironie und Sarkasmus, schwarzem Humor und schrägen Ideen nicht erwarten würde.

Photo by Download a pic Donate a buck! ^ on Pexels.com

Nochmal Gedanken zum Thema „Pseudonym“

Einerseits reizt es mich schon, andererseits habe ich Vorbehalte und Bedenken. Wie kann man unter einem fremden Namen mit Verlagen arbeiten, funktioniert das, hat man die Möglichkeit trotzdem z.B. von den Verlagen Autorenhonorare zu erhalten, wenn die EC-Kontokarte auf einen anderen Namen läuft, und, und, und… Aber die Entscheidung nochmal ein völlig unbeschriebenes Blatt zu sein – literarisch gesehen – dient ja dem Zwecke, dass man nicht nur hinter solchen unbeschriebenen Blättern sitzt, die sich nicht von alleine füllen, sondern dass man seine Ideen uneingeschränkt wuchern lassen kann, wie in einem wilden Garten.

Nun kenne ich Autorenkollegen und -kolleginnen, die ich dazu mal befragen könnte und sollte, da sie auf diesem Gebiet Erfahrungen gesammelt haben und noch sammeln. Ich bin jedenfalls dabei, mich etwas in diese Richtung zu bewegen. Was mich beim näheren Überlegen an einem Ghost Writer allerdings stört, ist dass er von der Anerkennung für seine Arbeit nicht viel abbekommen dürfte. Das, sowie die Vorstellung, dass die Bezahlung nicht besonders verlockend ist, mag eines meiner Vorurteile sein – ich weiß es nicht besser und stelle es mir so vor. Dann schon lieber Pseudonyme – aber keine so albernen wie S.K.ELETT oder I.R.GENDWER, KLAUS DROFOBIE, TOM ATE oder Lilli Putt, nein: der Name muss den Leuten suggerieren, da ist Jemand, der hat was zu erzählen, der hat viel erlebt… Liebe Gemeinde, ich bin für Ideen offen.

Jahresausblick statt Jahresrückblick

Überflüssige Jahresrückblicke veranstaltet nahezu jedes Medium in Deutschland. Zum Glück haben wir diese Zeit inzwischen hinter uns gebracht. Immerhin haben wir bereits Mitte Januar. Und diese nervigen Rückblicke muss man gerade bei einem Jahr wie dem hinter uns liegenden (2022) nicht haben. Aber ein Ausblick auf bevorstehende Dinge kann man besser gestalten, als ein Rückblick auf bestehendes. Man hofft, spekuliert, spinnt den Faden weiter und kann den Lauf der Dinge nur erahnen. Das aber kann man mit optimistischem Grundton tun oder auf melancholische oder pessimistische Art. Und weil die Welt eine komplizierte geworden ist und derzeit kränkelt, möchte ich an dieser Stelle mal für mehr Miteinander und Empathie plädieren. Wir sollten uns motivieren und gegenseitig helfen, um den Optimismus nicht zu verlernen.

Ich versuche das mal, anhand meines Jahresausblickes für 2023 zu demonstrieren. Jetzt, da ich diese Zeilen erst entstehen lasse, im Moment des Schreibens, hoffe ich, es gelingt.

Ich werde weiterhin überwiegend im Home Office arbeiten, also weniger Autofahren. Außerdem ernähre ich mich nun abwechslungsreicher und vitaminreicher, wobei ich auf Lebensmittel achte, die gut für Leber und Blutdruck sind. Das ist keine allzu große Umstellung, denn zum Beispiel Fisch, Bananen, Rote Bete und frischen Salat mochte ich schon immer. Außerdem steht die Ausarbeitung neuer Ideen und Schreibprojekte auf dem Plan. Ich freue mich auf die Buchmesse in Leipzig und werde mit neuen Ideen auf Verlagssuche gehen. Im Herbst ziehe ich eine Schiffsreise in Erwägung, jedenfalls werde ich den Urlaub nicht wieder nur daheim verbringen. Freunde und Autorenkollegen zu besuchen nach den Zeiten des Lockdowns, wäre auch eine tolle Alternative. Man trifft sich zu selten offline. Natürlich werde ich auch wieder viele Studien treiben, indem ich mit offenen Augen durch die Welt gehe – und arbeite meine Methode, Protagonisten und Figuren zu entwickeln, weiter aus.

Entschuldigt, wenn ich nicht konkreter werde, aber ich will nicht wieder Sachen ankündigen, die mir dann mein Alltag nicht erlaubt zu realisieren. Auf alle Fälle gehe ich mit einer positiven Grundeinstellung an meine Jahresplanung. Und ich verkneife es mir, in späteren Rückblicken alte Wunden zu lecken.

Plaschke-Buch nicht mehr interessant für Verlag

Ein kleiner WebShop für die selbstgeschriebenen Sachen scheitert im Moment bei mir noch daran, dass ich nicht in der Lage bin, ständig und zügig online zu sein und schnell auf Bestellungen zu reagieren. Noch habe ich einen ziemlichen Vorrat an Büchern der 1. Auflage von ihm hier. Und da das Buch von der Seite des herausgebenden Verlages seit der Webseitenaufhübschung verschwunden ist und scheinbar ausverkauft wird, beabsichtige ich die letzten Exemplare in meinem Besitz zu veräußern und den garstigen Elektriker Fritz Plaschke nach Norddeutschland zu holen – er soll hier in zweiter Auflage in einem regionalen Verlag ein neues Zuhause finden, näher bei seinem Schöpfer ( mir – in aller Bescheidenheit) und somit besser zu bewerben und zu betreuen. Wie ich darauf komme?

Geht es zu Ende mit dem „Boshaften Verblichenen“?

Der jetzige Verlag hat seinen Sitz in Wien und bewirbt das Buch nicht so wie die anderen, präsenteren Werke jüngeren Datums. An Marketing läuft für den miesepetrigen Sargflüchter aus Sterbeberg-Trauerfeld von der Verlagsseite aus scheinbar nichts. Vielleicht sind ja skurrile Charaktere und schräge, schwarzhumorige Geschichten nicht das Genre des Karina Verlages.

Der kleine Verlag hat durchaus auch gute und spannende Anthologien, rührende Lebensgeschichten, Kinderbücher und Erzählungen sowie Krimis im Repertoire – aber eben diese besondere Art Humor und speziell dieses Buch zumindest auf seiner Webseite mit keiner Silbe erwähnt. Man kann das Buch entgegen der Antwort, die ich von der Verlegerin erhielt, nicht auf der Webseite kaufen, so wie alle anderen. Auch sucht man mich in der Aufzählung der Autoren vergebens. Gut, darüber komme ich hinweg. Immerhin, bei dem Onlinehändler mit dem kleinen a am Anfang ist das Buch“noch“ erhältlich, sogar als e-book. Das nennt man dann wohl „print-on-demand“, also Drucken nur auf Nachfrage. Damit das klar ist: Der Leser muss schon wollen. Und amazon-Kunde sein, woanders gibt es das Buch nicht. Also – Moment mal – eigentlich ein ein Insider-Tipp, oder? Trotzdem – irgendwie befremdlich.

Vielleicht war nur eine Lesung doch zu wenig?

Es gab tatsächlich eine Lesung, bei der mich das andächtig lauschende und hier und da amüsierte Publikum überraschte. Vielleicht muss ich selbst da ansetzen und weitermachen… Aber ich will kein Marketing und keine Buchverkaufsveranstaltung machen, ich will schreiben. Wenn ich in Sachen Online Shop etwas Weiterbildung betrieben habe und mich aufraffe, werde ich als nächsten Schritt über so einen klitzekleinen WebShop nachdenken, um die restliche 1.Auflage anbieten, die bei mir im Schrank liegt, um dann in der Nähe Möglichkeiten zu finden, entweder Bücher zu verlegen oder andere Marketingpartner und -wege aufzutun. Oft genug habe ich das Buch beworben in den sozialen Netzwerken, habe Gratis-Exemplare verlost und zu Rezensionszwecken angeboten – damit ist nun allerdings erstmal Schluss. Wir alle wissen, dass jede Arbeit etwas kostet und Aufwand verursacht. Einstweilen aber gibt es das günstige Büchlein mit dem rabenschwarzem Blick auf die Gesellschaft noch bei diesem bekannten Online-Händler.

Man verstehe mich nicht falsch, ich bin dem Karina Verlag dankbar. Aber das ein einmal herausgegebenes Buch ein Nischendasein fristet, indem es nicht beworben und noch nicht mal vom herausgebenden Verlag erwähnt, geschweige denn neben den anderen Büchern angeboten wird, lässt den Rückschluss zu, dass der Verlag dieses Buch nicht mag, es nicht zum Portfolio passt, oder er es einfach nur ignoriert. Ich sage nicht, dass ich diesen Rückschluss gezogen hätte. Aber nach über 5 Jahren Stagnation im Verkauf des Buches und so gut wie keinem Kontakt mehr denke ich drüber nach. Und eben, weil es wie eine persona non grata behandelt wird. Ganz anders übrigens als der Protagonist Fritz Plaschke im Buch.

Photo by Alan Cabello on Pexels.com

Ausmisten der angefangenen Texte

In meinem derzeitigen Schreibprogramm habe ich einige angefangene Ideen in jeweils ersten Kapiteln erarbeitet und notiert. So manche davon entpuppte sich als „Sackgassengeschichte“, weil der sich selbst tragende Prozess des Weiterdenkens beim Schreiben ausblieb. Das passiert, wenn man wie ich – Überraschung! – wenig vom Plotten hält, sondern zum Starten lediglich eine zentrale Idee oder Figur, ein Ereignis oder eine Genre-Idee benötigt. Von einer Schreibblockade will ich da nicht gleich sprechen. Eher von einer Suche nach einer Geschichte, die sich beim Schreiben wieder verselbstständigt. dieses Gefühl beim Schreiben ist ein gutes Zeichen und eines, das unweigerlich zu Inspiration führt. Solange diese Motivation sich nicht einstellt, halte ich es für richtig frühzeitig die Geschichte abzubrechen. Und mir fehlt Druck, vielleicht ein Co-Autor, der durch bloße Mitarbeit schon für den nötigen Antrieb sorgen würde – oder auch ein Verlag mit terminlichen Vorgaben. Ersatzweise genügt wohl auch eine richtige, sich tragende Idee.

Inhalt einer Zeitung für Autoren

Bitte beide pics anklicken, damit sie in voller Größe sichtbar werden. Ich hatte mir mal Gedanken gemacht, was in eine Zeitung oder ein Printjournal für vernetzte Autoren hineinpasst, hineingehört und wichtig ist. HAb´s mal stichpunktartig erfasst. Animiert zu diesen Gedanken wurde ich durch eine Facebook-Gruppe, das Autoren-Netzwerk … oder war es die Autoren-Gilde e.V.?