Archiv der Kategorie: Gesellschaftskritik

Von Schuld und Unschuld und der Addition von Dummheit

0003Satirische Kolumne. Während Trump #trumpdothedownjump in den USA diversen Frauen dieselbe Unschuld raubte und raubt, in der er dann seine Hände wäscht, um sie hinterher besser vortäuschen zu können – die Unschuld – fragt in Deutschland kaum noch jemand nach ihr. Ihre Feindin, die Schuld, steht da weit höher im Kurs und wird gern schnell mal auf alles und jeden projeziert.

Merkel Dresden muss weg!“

So geben manche Zeitgenossen allen Ernstes der Flüchlingspolitik Merkels die Schuld an der Gründung der AfD. Allenfalls aber mag diese eine beschleunigende Wirkung auf das Bedürfnis besorgter Wutbürger erzielt haben, sich zwecks Anhäufung ihrer Intelligenz zusammenzuschließen und eine Partei zu gründen.

Abr der IQ steigt nicht zwangsläufig, wenn man Dummheit addiert. Ohne ein klares Parteiprogramm und ohne Kursbestimmung hat die AfD von ihren Wählern erstmal nicht viel mehr als einen Vertrauensvorschuss erhalten. Liefert sie nicht, bleibt sie nicht mehr als eine kurzlebige Trendbewegung und folgt den Piraten in die politische Bedeutungslosigkeit.

Sachsen Glanz und Preußens Gloria sehen derzeit allerdings alt und blass aus. Jüngst versagte die Justiz Sachsens scheinbar völlig, als ein 22jähriger Terrorverdächtiger sich in seiner Zelle erhängte, obwohl er lückenlos hätte überwacht werden müssen. Davor gab es niveaulose und von maßloser Wut zeugende Beschimpfungen der Kanzlerin und ihrer Begleitung, von diversen „Merkel muss weg!“ – Demos mal ganz zu schweigen. Dabei hat die Kanzlerin doch offensichtlich erkannt, dass ihr motivierend gemeintes „Wir schaffen das!“ auf internationaler Ebene als Einwanderungseinladung zum Tag des offenen Zaunes verstanden werden konnte. Einsicht, auch späte Einsicht,  ist der erste Weg zur Besserung. Geben wir beiden, Merkel und der AfD doch die Chance, jetzt zu beweisen, was es aus ihrer Sicht als nächstes zu tun gilt. Keine Hoffnung ist groß genug, um unsterblich zu sein, aber noch sollte sie am Leben bleiben. (Also nicht Merkel, die Hoffnung … ähm, DOCH, doch, Merkel auch, um Gotteswillen … )

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Ah ja, danke für die Antwort …

Und hoffen wir, dass im ehemaligen Tal der Ahnungslosen die Flüchtlingsphobie nach PEGIDA und Co nicht noch weitere Opfer fordert. Zumal paradoxerweise der Flüchtlingsanteil in Sachsen unter 3% liegt.  Schaut man beispielsweise nach Dresden, fragt man sich schon mitunter: Protestieren Eigentlich Generell Idioten Da Unten?

Nachdenken? Beim Autofahren?

Schnellfahren unter Einsatz der Dauerlichthupe war mal den Rettungsfahrzeugen und der Polizei vorbehalten. Diese Zeiten scheinen lange her – und garantieren im Handumdrehen einen handfesten Stau. Schaut man sich die Fahrweise mancher pöbelnden und drängelnden SUV-Umarmer an, die glauben, die linke Spur von ihren Steuergeldern ganz allein zu finanzieren, kommt man schnell drauf, dass diese Primatengruppe das für einen Widerspruch hält: Nachdenken – beim Autofahren.

traffic-jam-688566_640So aber ließe sich so mancher Stau vermeiden. Was aber nützt das, wenn sich gefühlte 80% aller Fahrzeuge auf der linken Spur tummeln – und diese bis wenige Zentimeter vor der baustellenbedingten Sperre verteidigen? Wenn dann durch die Herannahenden permanent Sicherheitsabstände ignoriert und aufgeweicht werden, müssen deren Nachfolger umso stärker bremsen. So bastelt man sich einen prima Stau. Die Lösung scheint aber unrealisierbar und für die rasenden Sportwagenküsser auch unakzeptabel: Denn das hieße rechts fahren, und nicht ganz so eilig unterwegs zu sein. Abartiger Gedanke.  Solange es aber Autos gibt, die nicht für das Tieffliegen gemacht sind, weil ihre Räder bis zur Erde reichen, wird es Verkehrsteilnehmer geben, die auf der rechten Spur unterwegs sind. Sollen die rasenden Linksträger Linksfahrer sich auf ihrer Spur ihren eigenen Stau basteln – ich verüble es keinem rechtsspurigen Mitdenker, wenn ihm irgendwann dieses ewige Reißverschlussverfahren auf den Senkel geht und er das ständige Vorlassen der von links kommenden, notgedrungen und widerwillig bremsenden Bleifüße irgendwann aufgibt.

So Schluss mit dieser Träumerei. Termindruck, Fahrspaß, Nervenkitzel – das alles autofah1sind Argumente, die diesen idiotischen Straßensputniks recht geben. Leider. Dass sie damit ganz schnell auch das Leben Anderer gefährden, und damit meine ich nicht nur die ihnen verhassten Rechtsfahrer mit Klopapier und Wackeldackel auf der Hutablage, zählt nicht für sie. Dann überholen sie lieber schon mal rechts. Wie sagte einst Comedian Olaf Schubert: „In Wirklichkeit sind sie auf der Flucht vor sich selber. Und wenn man ihnen das sagen will … dann sind sie schon weg. „