Bücher und Leseproben


Dirk Harms, „Fritz Plaschke – Der Boshafte Verblichene“, 2016 Karina Verlag Wien, 1.Auflage, 08,90€, ISBN 978-3-903161-22-1, 190 Seiten

Leseprobe:

In Fritz Plaschkes Büro hatte es sich seine wasserstoffblonde Lieblingssteckdose Hella Dunkelohm bequem gemacht. Eine Decke verdunkelte nun das Fenster. Von Beleuchtung verstand sie allerdings etwas, hatte sie doch – immerhin im Büro eines Elektrikers – Duftkerzen aufgestellt. In der Mitte der beiden sich gegenüberstehenden Schreibtische prangte nun eine Hecke aus Orchideenpflanzen. Gerade lauschte sie der Musik von Paul Potts und sang laut mit, als Hauab Plaschke erschien und ihr zur Begrüßung einen Vogel zeigte.

Samma, du gelbhaarige Wunderkerze, sonst geht’s dir gut, was? Ich bin hier der gesetzliche Erbe … das ist nun MEIN Laden!“ Wütend starrte er sie an. Hella entgegnete mit gespielter Freundlichkeit: „Oh, Entschuldigung, lieber entsetzlicher Erbe. Aber mein Fritzi wollte, dass ich seinen Laden hier abwickle. Bestimmt, weil er dich näher kannte. Jeder weiß, dass du,lieber Nikki Lauda für Arme, nicht mal weißt, wie man Arbeit schreibt, geschweige denn, wie sie riecht und sich anfühlt.“ Eine so unverhofft intelligente Retourkutsche traf den Elektrikersohn an empfindlicher Stelle.

Ich bin morgen wieder da. Und wenn du dich und deine Beine hier dann immer noch breit machst … dann sollst du mich kennenlernen!“

Ooh, toll! Endlich lernen wir uns kennen, endlich taust du auf.Du bist ja sooo mutig!“

Plaschke junior ließ seine Kinnlade fallen, verharrte so zwei Sekunden in latenter Sprachlosigkeit und verließ schließlich türknallend den Raum. Seit wann verfügten Blondinen über Intelligenz?

 Auszug aus der Vampirsatire „Blutbankräuber“, Version 2019

die erklärung manchen dinges aus sicht eines schreiberlinges