Nachtaktiv

Nein, ich kündige kein neues Projekt an. Vielmehr geht es um meine urlaubsbedingte Schlaflosigkeit, die ich eigentlich für kreative Momente zu nutzen gedachte. Das Problem ist nur: Sie blieb aus. Und das, wo ich mich doch zu den Nachtmenschen zähle, spät ins Bett gehe und es darauf anlege. Jetzt, zum Ende des Urlaubs, fällt das Fazit wieder mal mager aus: 2 Kurzgeschichten, 8 Gedichte. Und die Nachtaktivität ist keine Option mehr ab nächste Woche, wenn ich wieder mit meinem Hauptjob weitermache.

Außerdem wird dann sicherlich auch das Wetter immer frühlingshafter und mich nach der Arbeit vom Schreibtisch weglocken. Weil ich ja aber nun keinem zeitlichen Druck mehr unterliege, ständig Geschichten und Gedichte veröffentlichen zu müssen – das habe ich selbst so beschlossen, um mich auf das Schreiben für „richtige“ Veröffentlichungen bei Verlagen zu fokussieren – erfährt ja auch niemand mehr, was ich mir alles vornehme an Projekten und welches Manuskript wie lange unfertig in meiner Schublade liegt.

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Hinzu kommt, ich habe nicht nur das Schreiben, sondern auch das Lesen schon lange für mich entdeckt. Seit der zweiten Klasse war ich Mitglied in unserer Stadtteilbibliothek und habe sämtliche Kinder- und diverse Erwachsenenbücher verschlungen. In der fünften Klasse musste ich meine damals noch etwas wirren Geschichten vorlesen, weil die Lehrer es so toll fanden, dass es jemanden in der Klasse gibt, der sich seine Geschichten selbst schreibt, oder es zumindest versucht. Entschuldigt wenn ich etwas abschwiff ( …abschweifte…?) Lange Rede, kurzer Sinn: In Sachen Schreiben war mein Urlaub nicht so ergiebig wie erhofft – also alles wie immer. Und sobald ein Verlag ein Manuskript von mir annimmt, kann ich das eh´ nicht für mich behalten, und ihr erfahrt es auf Facebook, Twitter und hier. Vom 2. zum 3. April aber werde ich noch die erste und letzte Schreibnacht in meinem Urlaub einlegen.

Neuer Look, alter Inhalt

Das Layout ist ein anderes, von den Inhalten fehlen nur die Leseproben. Ja, ich weiß, man muss anfangs etwas suchen. Hoffentlich fällt die Neuorientierung auf dieser Seite nicht allzu schwer. Ich genehmige mir eine Probephase von, sagen wir, vier Wochen bis zum 1. Mai 2022 und kehre schlimmstenfalls wieder zurück zum vorherigen Layout. Schaun wir mal. Mit Meinungen und Kommentaren rechne ich nicht, sie sind aber willkommen. Auf diese Weise will ich eine Art visuellen Meilenstein setzen, der meine Neuausrichtung in Sachen Marketing unterstreicht: Ihr wisst schon – keine Dauerbespaßung mit Billigwerken mehr. Wenn ich seriös arbeiten und auch als ernstzunehmender Autor gelten will, komme ich nicht umhin, so zu verfahren.

An meine Leser: Ab jetzt – Stories nur für Knete

Ab 01.April2022 wird es keine Leseproben und Gedichte mehr auf diesem Blog geben. Alles was zukünftig an Texten entsteht, ist der Veröffentlichung durch Verlage vorbehalten. Das gilt nicht für Blogposts hier.

Um das zu erklären: Zu lange habe ich die paar LeserInnen, die mir die Treue halten, mit billigen E-Books und kostenlosen Geschichten und Gedichten überfüttert. Darum kauft fast niemand, was ich schreibe. Immer wieder aber wird mit bescheinigt, die Geschichten und Bücher seien wirklich gut.

Kreative Arbeit verdient auch Anerkennung in Heller und Pfennig, wie man so sagt. Zukünftig arbeite ich daran, vom Schreiben (besser) leben zu können. Zwei Verlage wollen mich dabei unterstützen.

Jetzt aber genieße ich erstmal den Frühling und nehme den Blog in paar Tagen kurz offline, um ihn in Ruhe neu zu strukturieren.

Über Humor in schweren Zeiten

Dem kalten März schlägt unterm Nerz ein fröhlich scherzend Herz. Mag ihn der Schalk im Nacken auch zwicken und zwacken – für Narreteien ist es zu spät. Schaut selbst, wie es in der Welt zugeht.

Dirk Harms 2020

Ja, derart hin- und hergerissen weiß man oft nicht, ob man noch humorvoll sein und bleiben darf, oder nicht doch als taktloses, unsoziales Arschloch gebrandmarkt wird, wenn man angesichts dieser schweren Zeiten weiter lustige Sachen schreibt. Schnell wird man dann zum ewigen Hofnarren abgestempelt und nicht mehr ernst genommen.

ABER: ich hadere da nicht mit mir, sondern folge meinem inneren Kompass. Deswegen habe ich zunächst einige Kurzgeschichten in meinem Blog jenen Leuten zugänglich gemacht, die keine E-books mögen und dennoch neugierig auf mein experimentelles Schreiben sind. Experimentell nenne ich es nicht wegen Lautmalereien oder Allliterationen, wegen einer interessanten Vermischung der Genres oder so – sondern im Hinblick auf Ideen und Wendungen in der Handlung, also dem Plot einer Erzählung. Und im Hinblick darauf, wie gut und glaubhaft mir die charakterliche Zeichnung der Figuren gelang. Daran übe ich nämlich (noch immer).

dav

Aufgetau(ch)t: Frühling auf Balkonia

Jetzt wo sich die Sonne bei uns im Norden wohl zu fühlen scheint, argwöhne ich, dass sie doch nur so lange bleibt, bis ich ihre Neugier gestillt und meine Balkonpflanzen eingepflanzt und rausgesetzt habe. Außerdem wird sie sich wohl spätestens zu meinem Urlaubsanfang aus dem Staube machen – dererlei fiese Streiche bin ich von Petrus und ihr schon gewöhnt. Aber man muss ja nicht zwingend auf dem Balkon übernachten, so wie ich es im Sommer manchmal gern mache, man kann da ja auch prima Glühwein trinken, den Krankenpflegern applaudieren, grillen oder das Fahrrad reparieren. Von meinen Ansprachen an das Volk ganz zu schweigen, auch wenn die wohl ihre Wirkung verfehlen, weil dieser Balkon, von dem aus ich die Republik Balkonia ausrief, und meine Untertanen die Möwen fütterte, nach hinten raus liegt.

Und während grelles Tageslicht mir meine schmutzigen Balkonfenster vor Augen führ, meine Zimmerpflanzen wachsen und meine weißen Möbel altern lässt, weil sie grau aussehen, stelle ich fest, dass sie deshalb grau aussehen, weil sie feinen dunklen Hausstaub zu schwitzen scheinen. Was wird wohl in diesem Frühling bei mir überwiegen – Der Hang zum Frühjahrsputz, oder die Frühjahrsmüdigkeit? Um es in der Anglersprache zu sagen: Die Frage wurmt mich. Naja – erstmal ein paar Stunden drüber schlafen… natürlich auf dem Balkon zwischen kaputtem Fahrrad, dreckigem Grill und fast halb bepflanzten Balkonkästen.