Leseprobe (2) „Schlüsselerlebnisse“

Antonia rannte die Straße entlang, und während ihr die Tränen kamen, hielt sie sich die brennende Wange. Nur weg von diesem Säufer. Sie wusste, er würde jetzt hinter ihr her sein, ihren Jonathan würde Oma Kruse im Parterre für ein paar Stunden behüten müssen. Sie rannte in die Nebenstraße, wo sie eine etwas versteckt stehende Telefonzelle wusste. Hier würde der dicke Säufer sie hoffentlich in den nächsten drei Minuten nicht suchen. Zitternd vor Aufregung wählte sie die Nummer der alten Kruse. Ein Ruf ging ab, zweimal, dreimal. Ungeduldig trat Antonia von einem Bein aufs andere. „Komm schon, Oma Kruse.“

Endlich nahm jemand den Hörer ab. „Ja?“

Antonia bat sie, das Kind nach unten zu holen und zu behüten, bis sie in einigen Stunden wieder da sein würde.

Schweigen am anderen Ende, jemand atmete schwer.

„Oma Kruse? Hast du Zeit, kannst du mir den Gefallen tun?“

Ein tiefes Grummeln am anderen Ende war die Antwort. Das klang so gar nicht nach der Witwe.

„Hallo? Wer ist da?“

Rascheln und Knistern in der Leitung, jemand flüsterte aufgeregt: „Bist du verrückt? Leg auf!“ Und das passierte auch.

Komm, sag´s mir

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