(Fast) nichts ist mehr wie früher

nva_forumDEjoachimroehl_postenturmEndlich ist die Grenze wieder dicht. Ein Traum wird wahr. Weniger Verkehr auf den Straßen, keine Staus mehr, endlose Schlangen vor den Lebensmittelläden, leere Regale, Schluss mit Reisefreiheit, kurz – die DDR ist zurück … könnte man meinen.

Bevor hier und da jetzt linksproletarische Jubelschreie zu hören sind, löse ich diesen Trugschluss lieber gleich auf.  Ja, es ist vieles wie damals, aber um einiges schlimmer: Viel mehr Kriminalität, mehr Krankheiten und Pandemien, mehr Intoleranz und Sozialneid, mehr Egoismus und Geldgier.  Nein, Schuld daran ist nicht der Kapitalismus  mit seinen Heuschrecken, es liegt an uns allen. Da wird den prekär lebenden Langzeitarbeitslosen das günstige Essen vor der verschnupften Nase weggekauft, man kriegt nicht mal mehr zwölflagiges Klopapier mit Goldrand zu kaufen, außer blattweise auf ebay, und in manchem Haushalt gibt es mehr Nudeln als Sandkörner in der Sahara. Da geht einem als gelernter DDR-Bürger schon mal der Verstand baden.

thermometer-833085_640Es gilt, soziale Kontakte zu vermeiden – was für eine irreführende Formulierung kam da aus Berlin! Sozial und in Kontakt kann man auch sein,  wenn man miteinander telefoniert, skypt, sich gegenseitig hilft und trotzdem nicht auf Tuchfühlung mit seinen Nächsten geht.  Nein, liebe Virusabstinenzler,  meidet keine sozialen Kontakte, entdeckt neue Formen des Einanderhelfens, des Aneinanderdenkens, unterstützt hilfsbedürftige Mitmenschen, statt sie zu isolieren und auszugrenzen! Zeigt dieser Schwindsucht4.0, dass sie gegen uns nichts ausrichten kann, obwohl wir und WEIL wir sozial sind!  Auch besonders gefährdete Personen brauchen hier und da menschlichen Kontakt, sind auf Hilfe angewiesen. Sie heben zudem auch eigene Ängste und Befürchtungen, über die man mit ihnen sprechen, die man ihnen nehmen sollte. Natürlich wäre ein Händedruck, eine Umarmung da hilfreich, aber wichtig ist, sie werden nicht völlig ignoriert von der Gesellschaft.  In dieser angespannten Lage führt Panik nicht zum Ziel, sondern Besonnenheit und Solidarität. Ich verstehe schon den rebellischen Trotz der Jugend, wenn sie Corona-Parties feiert nach dem Motto “ Wir lassen uns nicht unterkriegen“.    Aber dieser Leichtsinn gefährdet letztendlich viele Menschen: Wenn schließlich die ersten Kinder an Corona erkranken, dann erst versteht auch der letzte Idiot, dass es nicht nur alte Menschen erwischen kann. Und dann wird es so bald kein Zurück aus der Apokalypse geben, egal, wieviel Nudeln und Klopapier man daheim hortet. Schlimm, wenn mangels Toilettenpapier für manchen kleinen Kacker dann als einzige Alternative nur die Bürste zum Hinternputzen bleibt …

 

 

 

 

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