Schreibgedanken – Fortsetzungen und fiktive Welten

Es scheint so manchen Autoren Spaß zu machen, für ihre Bücher alternative Welten in ihrer Fantasie zu erschaffen. Das meine ich nicht despektierlich, denn mich selbst betrifft das offensichtlich auch. Ich rede nicht von Science Fiction-Imperien wie Mittelerde oder die Welt im Jahre Dreitausendirgendwas, sondern von Fantasierorten in der Gegenwart. Zwei eigene Beispiele gefällig?

Da wäre als erstes Fiesland mit den Orten Zitterfelde, Gruselsheim, Angsthagen, Fürchteberg und Spukdorf, dem Flüsschen Angst und den Kobolden Schlotterbein und Glibberbauch, dem Skelett im Smoking namens Moderich von Tümpelschlamm und so weiter. Aus der Menschenwelt kommt man dort mit Dampfern und Schiffen hin, und in dieser Geschichte fürchten die Einwohner Fieslands, alles ehrbahre Gespenster, die Menschen und nicht umgekehrt. Aus der mitternächtlichen Geisterstunde, wie wir sie kennen, wird da um 12 Uhr mittags die Menschenstunde.

Eine weitere Fantasiewelt für eine andere bitterböse Geschichte ist die fiktive Stadt Sterbeberg-Trauerfeld, von der nur klar ist, dass ihre Einwohner etwas schräger drauf sind als üblich. Dort stirbt ein Elektriker, der zu oft Stromschläge erlitten hat, wird aus Geiz und Trunkenheit in einer Klärgrube begraben und kehrt nach einem Blitzschlag wieder zu den Lebenden zurück. Nachdem er den Betrug um seine Beerdigung auf diese Weise entdeckt, beschließt er, sich an seinen habgierigen Hinterbliebenen zu rächen, oder wenigstens, ihnen die Hölle heiß zu machen.

Schlimm ist, dass man als Autor bequem zu werden droht, sich in die Welt und die Protagonisten immer mehr einfühlt und sich so ein alternatives (Wohlfühl-)Zuhause schafft. Das wollte ich nie, und nun denke ich über eine Fortsetzung der zweiten genannten Geschichte nach. Dabei sind mir mehrbändige Romanreihen immer etwas suspekt. Sie implizieren irgendwie, dass der Verfasser aus Mangel an weiteren Einfällen den einmal gewebten Faden endlos weiterspinnen will, so mein Gedanke dabei.

Eine weitere interessante Fantasiekonstellation mit anderen Charakteren und einer völlig neuen Story ist unabhängig davon, jederzeit möglich. Oder man baut eine neue Idee in eine bestehende Konstellation ein und schreibt dann eben doch einen zweiten Band. Die Abwägung fällt manchmal schwer, wenn man an dem Projekt allein arbeitet.

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