Brexit, Yexit (=Year exit) und der Status Quo

Glosse. Ein weiteres Jahr tritt allmählich aus der Zeit aus, so wie die Briten aus Europa. Vielleicht. Also irgendwann im Frühjahr lichten die Britischen Inseln nun den Anker und lassen sich Richtung Amerika treiben – oder wie muss man sich das vorstellen?

Treiben lassen sich auch manche Parteien in Deutschland, die an ihren Parteitagen derzeit wieder ausschließlich die eigenen Befindlichkeiten ausführlichst analysierten, darüber abstimmten, hinter wem sie nun stehen oder wem sie nur ganz unverbindlich zujubeln wollen und sich auch ansonsten selbst beweihräucherten. Und während die Glühweinpreise auf den Weihnachtsmärkten längst höher sind als der ebenfalls steigende Meeresspiegel, was sowohl vom zunehmenden Plastikmüll in den Meeren als auch vom schmelzenden Packeis herrührt, vergiften Luftfahrt und Schifffahrt weiterhin die Atmosphäre, und das ist durchaus zweideutig gemeint. Das bleibt selbst Kreuzfahrtfreunden und Vielfliegern nicht mehr verborgen.

So hat auch dieses Jahr wieder eine Menge drängender Probleme offenbart, und zwar so viele von europäischer wie auch globaler Bedeutung, dass sich sowohl Industrie und Wirtschaft, als auch die Politik bequem dahinter verstecken können.  Was sie auch tun. Wer will schon gern beim Scheitern ertappt werden, wenn er es wagt, einen Lösungsversuch zu unternehmen?  Schließlich kann man es nicht allen gleich recht machen, also bildet man voller Enthusiasmus erst mal einen Arbeitskreis. Was für ein blinder Aktionismus, was für ein rücksichtsloses Voranpreschen, oder?  Bloß weil einer im Radio gehört hat, es sei schon lange nicht mehr fünf vor zwölf …  Und das stimmt! Wir haben Winterzeit, also ist es erst fünf vor elf, noch viieel Zeit, um Tim Benzko die Welt retten zu lassen.

Das Jahresende kommt da gerade recht, man kann also die guten alten Vorsätze vom letzten Jahr und den Jahren davor wieder aus der Schublade nehmen und den Versprecher das Versprechen abgegeben, im neuen Jahr werde alles besser. Oder um es mit einer Titelzeile  eines alten SILLY Songs zu sagen: Alles wird besser, aber nichts wird gut.

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