WARUM JAMMERN DEN kOPF FREI MACHT

Wenn man Grund und/oder Bedürfnis verspürt, negative oder gefühlt negative Missstände persönlicher Art zu beklagen – oft auch im Beisein oder an die Adresse Anderer, finden die das nicht selten nervig. Jammerlappen und Weicheier haben in dieser schwierigen Zeit genug zu beanstanden, zu bedauern ( sich eingeschlossen) oder zu nörgeln.

Was mich betrifft, arbeite ich seit geraumer Zeit daran, mein Gejammer, wenn ich denn mal Grund zum Jammern haben sollte, konstruktiv in Lösungen oder Verbesserungsversuche umzuwandeln, also etwas Alternatives, Kompromissbehaftetes anzubieten. Auch, wenn es um altersbedingte Wehwehchen geht, weil mich gerade jemand fragt : „Na, wie gehts?“ , habe ich längst gelernt, dass diese Floskel lediglich eine Umschreibung für „Hallo, lange nicht gesehen!“ ist. Niemanden – außer meinen Arzt – interessiert an dieser Stelle meine Krankheitsgeschichte.

Dennoch kommt nach jedem Stoßseufzer, jedem Augenrollen oder jeder Prise weinerlichen Wehklagens der Punkt, an dem sich der Blick nach vorne wendet. Jedenfalls meiner. (Auch wenn die Sehstärke nachlässt und man manches Vorausliegende daher verschwommen sieht). Nicht, dass ich häufig Grund dazu hätte … Deswegen plädiere ich für das Jammern und sage: Lasst euren Frust und euer Selbstmitleid raus, auf dass beides nie wiederkehrt! Nur so kriegt man den Kopf frei. Wohl dem, der dabei auch noch etwas Empathie erfährt …